„Kanzlerin Merkel in Kolumbien sehr bekannt“

Die Jugendlichen aus Balve verabschieden ihre neuen Freunde aus Südamerika.
Die Jugendlichen aus Balve verabschieden ihre neuen Freunde aus Südamerika.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Drei Wochen können schnell vorbei sein. Das haben die Balver Gastfamilien erfahren, als sie die acht Austauschschüler aus Südamerika mit einer Feier in der SoKoLa.de in Langenholthausen verabschiedeten.

Balve..  Natürlich wurde viel gelacht, aber auch die eine oder andere Träne verdrückt. Denn obwohl die Jugendlichen aus Mexiko, Chile, Ecuador oder Kolumbien mehr als 10 000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt sind, haben sie sich in der Hönnestadt pudelwohl gefühlt. Ihre Reise führt jetzt weiter zu neuen Gastfamilien im Bundesgebiet. „Adios“ oder „Tschüss Balve“ sagen auch die 17-Jährigen Gustavo Paez Villalobos aus Mexiko und Paula Camila Quintero aus Kolumbien.

Wie haben Euch die Gastfamilien aufgenommen?

Paula Camila Quintero: Sehr freundlich. Ich habe mich wie zu Hause gefühlt. Auch die Gastgeschwister waren richtig herzlich zu mir.
Gustavo Paez Villalobos: Ich habe mich wie ein Teil der Familie gefühlt, also nicht nur wie ein Gast, der drei Wochen hier ist. Ich wurde wie ein Sohn und wie ein Bruder meiner Gastgeschwister behandelt.

Wie ist das deutsche Essen?

Gustavo: Ich bin einer, der gerne und viel isst. In Mexiko vor allem gerne Brot, Schinken und Käse. Alles, was ich hier probiert habe, habe ich gemocht – außer Leberwurst. Die ist mir zu salzig.

Paula: Ich war von der Vielfalt überrascht. Ich hatte mir das deutsche Essen anders vorgestellt, aber alles hat mir geschmeckt.

Currywurst?

Gustavo: Oh ja. Scharf und lecker.

Pommes mit Majo?

Paula (auf Deutsch): Sehr lecker.

Was habt Ihr unternommen?

Gustavo: Wir haben an einer Schulrallye in Balve teilgenommen. Mit meiner Gastfamilie war ich Ski fahren, damit ich das erste Mal in meinem Leben viel Schnee sehen konnte. Es gab mehrere aufregende Ausflüge, zum Beispiel zu einem Eishockey-Spiel der Iserlohn Roosters. Sie haben sogar gewonnen. Und Köln ist auch eine tolle Stadt.

Paula: Auch ich war von Köln begeistert und auch Dortmund ist groß und spannend. Mit meiner Gastfamilie war ich noch in den Dörfern von Balve unterwegs.

Was gefällt Euch in Deutschland?

Paula: Man spürt sofort, wie gut organisiert die Menschen sind. Sie gehen respektvoll miteinander um.
Gustavo: Es gibt viele Regeln, und an die halten sich die Menschen auch. In meinem Land gibt es zwar auch Regeln, aber die werden längst nicht so gut eingehalten wie hier.

Was ist bislang weniger schön?

Gustavo: Das kalte Wetter. Es kann schon aufs Gemüt schlagen. Ich gehe gerne joggen, konnte ich hier bei der kalten Witterung aber selten.
Paula: In meiner Heimatstadt ist es warm, da war die Umgewöhnung schon groß. Prompt habe ich mir auch eine Erkältung eingefangen, aber jetzt geht es mir wieder gut.

Könnt Ihr Euch vorstellen, in diesem Land zu leben und zu arbeiten?

Paula: Auf jeden Fall. Ich möchte Ärztin werden. (Auf Deutsch): Mein Vater ist ein Augenarzt. (Weiter auf spanisch): Daher könnte ich mir gut vorstellen, hier mein Studium zu absolvieren, um zu sehen, welche Chancen Deutschland bietet.

Gustavo: Ich kann mir das auch gut vorstellen. Ich bin an Technologie interessiert und würde gerne Ingenieurwesen studieren. Deutschland hat ein sehr hohes Niveau. Viele große Firmen haben hier ihren Sitz, wie zum Beispiel BMW. Hier kann auch gutes Geld verdient werden. Das ist aber nicht das Wichtigste.

Was erfährst Du in Südamerika über Deutschland?

Paula: In der Schule wird uns die Geschichte gelehrt. Wir wissen auch, dass Deutschland armen Ländern in Afrika und Südamerika hilft. Und es wird viel über Kanzlerin Merkel berichtet. Sie ist in Kolumbien sehr bekannt.

Warum sollten Deutsche in Mexiko oder Kolumbien Urlaub machen?

Gustavo: Mexiko hat meiner Meinung nach die schönsten Strände der Welt. Viele Menschen denken, in Mexiko herrsche Krieg. Aber gefährlich ist es nur in gewissen Zonen. In touristischen Gebieten ist es schön und ruhig.

Paula: Kolumbien hat sehr schöne Landschaften. Viele denken zwar zunächst, in Kolumbien sei es zu gefährlich. Wenn sie aber dann da sind, sehen sie, dass das nicht so ist.