Junge Kirche auch für ältere Semester

Junge Kirche in Langenholthausen
Junge Kirche in Langenholthausen
Foto: WP

Langenholthausen..  Mit Beginn der Fastenzeit ist in Langenholthausen wieder das Projekt „Junge Kirche“ gestartet. Rund 30 Veranstaltungen laden in den nächsten Wochen dazu ein, sich näher mit den Themen, Glaube, Kirche und Gott auseinanderzusetzen. Michael Sprenger aus dem Organisationsteam erklärt im Interview der Woche, warum die Junge Kirche auch für ältere Semester ein Gewinn sein kann.

Frage: Wie schwer ist es, in der heutigen Zeit junge Menschen für ein solches Projekt zu motivieren?

Michael Sprenger: Was die Helfer anbelangt sind wir in der glücklichen Lage, dass wir für das neue Projekt ein Team aus zehn Jugendlichen haben, die bei vergangenen Aktionen schon dabei waren und gerne wieder mitarbeiten möchten. Die haben uns sehr geholfen. In dem Team hatte jeder seine Aufgabe, und das hat wunderbar funktioniert. Natürlich hätten wir auch noch mehr Helfer gebrauchen können, um den einen oder anderen Punkt noch weiter auszufeilen.

Und wie sieht es bei den Besuchern aus?

Anhand der letzten Projekte wissen wir, dass die Messen, die ja Hauptpunkte des Programms sind, immer sehr gut angenommen werden. Da spielt natürlich die Firmvorbereitung eine Rolle, die gerade stattfindet. Aber es kommen auch junge Leute, die mit der Firmvorbereitung nichts zu tun haben. Denen gefällt einfach die besondere Form des Gottesdienstes. Wir versuchen auch, denen etwas zu bieten und besonders interessante Gottesdienste zu gestalten. Bei den einzelnen Veranstaltungen hängt es davon ab, was konkret angeboten wird. Bei Diskussionen und Sachen, die in die Tiefe gehen, ist es eher schwieriger, Leute zu gewinnen, weil es vielen Menschen schwer fällt, über den Glauben zu sprechen. Aber wenn die Besucher einfach nur dabei sein müssen, oder sich etwas anschauen oder anhören können, dann besuchen uns schon viele Jugendliche.

Das Projekt läuft unter dem Titel Junge Kirche. Dürfen auch ältere Besucher kommen?

Vordergründig richten sich unsere Programmpunkte schon an Jugendliche und junge Leute. Also vom Firmalter um die zwölf oder 13 Jahre bis hoch zu Ende 30. Das ist eine Riesenspanne, die wir da überbrücken wollen, und es ist schwierig, allen etwas zu bieten. Aber wir haben besonders bei den Gottesdiensten gemerkt, dass auch Erwachsene mittleren Alters unser Angebot schätzen. Wir haben junge Musik mit dabei, wir haben Bands mit dabei und Texte, die manchmal vielleicht etwas verständlicher sind. Das hören sich auch Erwachsene gerne an. Und mit Angeboten wie dem Lebenstänzer sprechen wir Erwachsene auch ganz gezielt mit an.

Muss die Kirche sich neue Wege einfallen lassen, um junge Menschen zu erreichen?

Um Kontaktpunkte herzustellen, ist es schon wichtig, gezielt auf die Jugend zuzugehen. Meist ist es ja so, dass nach der Firmung eine Lücke entsteht. Und genau da wollen wir anknüpfen, um den Zugang zu behalten. Wir sagen nicht, dass wir etwas besser machen als die Kirche, aber wir wollen einen Anknüpfungspunkt herstellen, um das Bewusstsein für Gott, Kirche und Glaube wieder herzustellen.

Was ist in diesem Jahr anders?

Bei den Jugendmessen werden in diesem Jahr immer andere Bands spielen. Das ist sozusagen aus der Not geboren. Früher hat die Band „Plan B“ das gemacht. Die können aber wegen Studium und Ausbildung nicht in jeder Messe bei uns spielen. Jetzt haben wir Gruppen aus den Ortsteilen gefunden, aber auch drei Bands von weiter weg. Das wird bestimmt ganz interessant. Wir haben auch drei auswärtige Priester angesprochen, die gerne zu uns kommen. Das bietet Abwechslung, und wir sind sehr gespannt auf die Eindrücke, die sie uns mitgeben können.

Warum sollten auch Jugendliche, die mit Kirche vielleicht gar nicht so viel zu tun haben, in den nächsten Wochen zur Jungen Kirche nach Lan-genholthausen kommen?

Wenn junge Menschen nicht viel mit Kirche zu tun haben, hat das meist einen Grund. Vielleicht weil sie ein bestimmtes Bild von der Kirche haben und wie die Kirche sich vielleicht auch in der Öffentlichkeit darstellt. Hier gibt es eine gute Gelegenheit zu sehen, dass es auch anders geht – nämlich jugendlich und frisch. Es muss ja nicht jeder hinkommen und sagen, ich bin davon total überzeugt und ich mache da mit Leib und Seele mit. Wir laden ein, sich das einfach mal anzuschauen. Manchmal ergibt es sich schon nach ein paar Sätzen, dass Menschen sagen: Ja, das gibt mir etwas. Das bereichert mein Leben.