„In den alten Menschen begegnen wir Jesus“

Pfarrer Andreas Schulte zelebrierte gemeinsam mit den Diakonen Gerd Eisenberg (l.),  Josef Hültenschmidt (2.v.l.) und Martin Hufelschulte (r.) die feierliche Hl. Messe im Altenwohnheim St. Johannes.
Pfarrer Andreas Schulte zelebrierte gemeinsam mit den Diakonen Gerd Eisenberg (l.), Josef Hültenschmidt (2.v.l.) und Martin Hufelschulte (r.) die feierliche Hl. Messe im Altenwohnheim St. Johannes.
Foto: Richard Elmerhaus

Balve..  Draußen rieselte leise der Schnee, als Pfarrer Andreas Schulte am Samstagmorgen gemeinsam mit den drei Diakonen, Martin Hufelschulte, Josef Hültenschmidt und Gerd Eisenberg, in der schmucken Kapelle des Altenpflegeheims die Heilige Messe zu Ehren des Schutzpatrons St. Johannes der Evangelist zelebrierte.

Im Rahmen des feierlichen Hochamtes ging Pfarrer Andreas Schulte auf jene Menschen ein, die seit vielen Jahren ihren Dienst im St.-Johannes-Altenpflegeheim verrichten, und zwar „auch zum Segen unserer Stadt Balve“. „Ihnen gilt mein besonderer Dank“, sagte der Geistliche, der gemeinsam mit den drei Diakonen und den Gottesdienstbesuchern dem Heimbewohner Heinz-Josef Striewski mit einem musikalischen Ständchen zum 70. Geburtstag gratulierte.

„Glaube hat etwas mit Herz zu tun“

Zuvor ging der Leiter des Pastoralverbundes Balve-Hönnetal auf das Weihnachtsfest und den damit einhergehenden Glauben ein. „Der Glaube hat etwas mit Herz und Gemüt zu tun. Deshalb muss Jesus auch in unseren Herzen geboren werden“, lautete die Botschaft des Seelsorgers, der wie alle anderen Gläubigen aufmerksam zuhörte, als Diakon Martin Hufelschulte nach dem Johannes-Evangelium die Festpredigt hielt.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Kapelle ging der angehende Priester auf den Hl. Johannes ein. Der Evangelist werde angerufen zur Erhaltung der Freundschaft. Er sei Helfer bei Vergiftungen, Brandwunden, Fußleiden, gegen Hagel und für eine gute Ernte, beschrieb ihn Martin Hufelschulte und fügte dann hinzu: „Der Heilige Johannes ist Stadt- und Schutzpatron der Stadt Balve und dieses Altenwohnheims.“

Mit Blick auf die Geschichte der Johannesfeier in der Hönnestadt Balve erinnerte der Prediger daran, dass Bürgermeister Paul Lübke während der Kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 dem Rat vorgeschlagen hatte, den Patron auch für die erweiterten Stadtgrenzen zu behalten. Der Rat stimmte dem Vorschlag damals zu. An der Patronatsfeier im Altenpflegeheim nahmen jedoch nur zwei Mitglieder des Stadtrates teil, nämlich Balves Ortsvorsteher Matthias Streiter und Alexander Schulte aus Garbeck, der als Stellvertretender Bürgermeister ein Grußwort an die Festgemeinde und die Heimbewohner richtete.

Wertschätzung

Auch Diakon Martin Hufelschulte ging gezielt auf die im Heim lebenden Menschen ein. „Unser Altenpflegeheim ist ein Ort, an dem wir Jesus in den alten und auch kranken Menschen begegnen können.“ Den Mitmenschen hier einen Platz zur Verfügung zu stellen, wo sie wertgeschätzt und würdig behandelt würden, das gehe aus dem von ihm verlesenen Evangelium doch alles hervor, betonte der Diakon.

Auf die Stadt lasse sich dies alles in gleicher Form übertragen. Die Bürger sollen nach Meinung des Festpredigers füreinander da sein und sich mit gegenseitiger Liebe und Hilfe unterstützen. „Sicherlich ein hohes Ideal und großes Gut, werden Sie jetzt sagen. Und Sie haben recht. Aber wenn wir nicht anfangen, die ersten Schritte in diese Richtung zu setzen, dann wird sich auch nichts verändern“, mahnte er die Christen, sich aktiver einzubringen. Diesen Wunsch hatte auch Pfarrer Andreas Schulte zuvor geäußert. Er ging auf Papst Franziskus ein, der nur dann in der Kirche etwas zum Besseren verändern könne, wenn er die Unterstützung durch die Gläubigen erfahre.

„Unseren Mitmenschen zu helfen, das beginnt im Kleinen, oft schon mit einem freundlichen Wort oder Blick“, so Diakon Martin Hu­felschulte, dessen Predigt ebenso wie die musikalische Untermalung durch die großartige Organistin Anna Goeke eine Heilige Messe abrundete, die nach Meinung von Heimleiter Franz-Josef Rademacher und der Gläubigen nicht nur sehr schön war, sondern auch über den Tag hinaus Denkanstöße geliefert hat.