Hufelschulte bleibt nicht im Pastoralverbund

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Langenholthausen..  Martin Hufelschulte hat während seines Diakonats-Praktikums im hiesigen Pastoralverbund viele Sympathien gewonnen. Gerne würde der 38-Jährige aus Westönnen langfristig hier bleiben, daraus wird aber nichts. „Nach der Priesterweihe am Pfingstsamstag, 23. Mai, werde ich erfahren, wohin die Reise geht. Nicht in den Pastoralverbund Balve-Hönnetal. Das lässt der Stellenplan nicht zu“, sagt der Diakon nach einem Vortrag bei der Caritas Langenholthausen und blickt in viele traurige Gesichter.

Hufelschulte findet es schade, nicht im Pastoralverbund Balve-Hönnetal bleiben zu können. „Die Menschen sind mir ans Herz gewachsen“, sagt der Diakon und belegt seine Aussage mit einem Beispiel. Beim Einzug am Tag der Diakonenweihe (10. Mai 2014) in die Pfarrkirche St. Blasius habe ihn ein Heimatgefühl ergriffen. Die Herzlichkeit, die er auch bei der anschließenden Feierlichkeit in der Grundschule Balve erfahren durfte, habe ihn tief beeindruckt.

Wissen vertieft und gestärkt

Martin Hufelschultes Zwischenfazit: „Ich habe mein theologisches Wissen vertieft und gestärkt. Ich bin sehr zufrieden mit der Entscheidung, Priester zu werden. Ich habe in Gesprächen und Begegnungen viel geschenkt bekommen.“

Dass Martin Hufelschulte nicht als Priester dem Pastoralverbund Balve-Hönnetal erhalten bleibt, werden viele Gläubige bedauern. Auch die Mitglieder der Caritas Langenholthausen reagieren überrascht und betrübt auf die Nachricht.

Ein Spätberufener

Herzerfrischend ehrlich berichtet der 38-jährige „Spätberufene“ zuvor über sein vierjähriges Theologiestudium in Lantershofen, südwestlich von Bonn, und dem zweijährigen Pastoralkursus. Spätberufen deshalb, weil Hufelschulte seinen sicheren Arbeitsplatz als Energie-Elektroniker aufgegeben hat. „Ich hatte schon immer großes Interesse an der Katholischen Kirche. Irgendwann habe ich eine innere Unruhe gespürt. Sich auf Gottes Plan und Weg einzulassen, heißt auch loszulassen und einen neuen Anfang zu wagen.“

Martin Hufelschulte gibt nicht alltägliche Einblicke, schildert unter anderem einen Tag im Trimester, der um 7.30 Uhr mit dem Gebet der Laudes begann und abends mit einem Abendessen und einem Gottesdienst endete. Weil er derjenige in der Wohngruppe mit Studenten aus unterschiedlichen Bistümern ist, der über „nicht gerade besonders hohe Kochkünste“ verfügt, habe er an einem Tag den Grill angeschmissen und Pellkartoffeln serviert. Hufelschulte erzählt, wie sehr er die Schweige-Exerzitien schätzt. „Klar war es anfangs schwer, nicht zu sprechen. Aber ich habe erfahren dürfen, was Schweigen auch für ein Gewinn sein kann. Es ermöglicht einen ganz anderen Blick auf die Natur, einen ganz anderen Zugang zum Essen, eine Freude über ganz unterschiedliche Dinge. Für mich eine geschenkte Zeit.“

„Kammer des Schreckens“

Der Diakon berichtet über jenes Turm- und Prüfungszimmer in Lantershofen, das die Studenten hinter vorgehaltener Hand als „Kammer des Schreckens“ bezeichnen. Er zeigt Bilder seines Zimmers innerhalb der Wohngruppe mit dem Namen „Tabor“. An der Tür hängt ein Schild: „Wer Licht in die Welt bringen will, wird Elektriker oder Priester.“ Er verrät, wie sehr er sich als naturverbundener Mensch über ein Zimmer mit Terrasse gefreut habe – bis eine Maus als ungebetener Gast einziehen wollte. Auch beim Priesterseminar in Paderborn habe er das Glück gehabt, den größten Wohnraum zu erhalten. Nur Pech, dass das Orgelspiel direkt nebenan erklang – und dort vor allem abends gerne geübt wurde.