Hospizkultur und Palliativversorgung – den Patienten Lebensqualität erhalten

Neuenrade..  Dr. Thorsten Skodra, leitender Oberarzt der Palliativstation am Klinikum Lüdenscheid, referierte im Saal des Evangelischen Altenzentrums Neuenrade über „Hospizkultur und Palliativversorgung.“ Mehr als 80 Zuhörer, darunter auch Ärzte und Mitarbeiter aus Pflegediensten, waren gekommen, um zu erfahren, was sich zu dem wichtiger werdenden gesellschaftlichen Thema im Laufe der Jahre getan hat.

Einladung des Perthes-Werkes

Eingeladen hatte das Perthes-Werk, das sich zunehmend und kontinuierlich mit dem Thema beschäftigt, mit seinen Einrichtungen Evangelisches Altenzentrum Neuenrade, dem Wichernhaus Werdohl und der Diakoniestation Werdohl. Skodra bezeichnete den Kern seines Vortrags mehr als „gemeinschaftliche Hospiz- und Palliativbewegung“. Die Gemeinschaft habe mit ihrem Denken und Handeln dazu beigetragen, die Leiden für Menschen zu lindern sowie Leiden zu erkennen. Das habe auch dazu geführt, auf Menschen zuzugehen, um ihnen das Gefühl der Geborgenheit zu vermitteln.

Die Hospiz- und Palliativversorgung richtet sich an Menschen mit schweren Erkrankungen, bei denen eine Heilung oder eine Lebensverlängerung nicht mehr möglich sind. Im Kern, so der Referent, gehe es darum, dem Patienten den bestmöglichen Erhalt der Lebensqualität sicherzustellen und ihm Nähe und Zuwendung zu geben. Das tägliche Gespräch am Krankenbett sei ebenso wichtig wie die Linderung der Schmerzen. „Die Würde des Menschen darf bei der stationären Behandlung nicht an der Eingangstür abgegeben werden. Wir müssen dem schwerst erkrankten Menschen das Gefühl der Würde geben“, nannte Dr. Skodra einen wichtigen Punkt und verglich dies auch mit einer Autonomie, die ein Sterben in Würde ermögliche.

Festzustellen sei immer wieder, dass die Menschen weniger Angst vor dem Sterben hätten, als vor den damit verbundenen Schmerzen. Dies sei auch der Grund, dass todkranke Menschen nach aktiver Sterbehilfe fragten. Immer wieder werde der Wunsch geäußert, in einer vertrauten Umgebung – etwa der eigenen Wohnung – zu sterben, wenngleich sich auch die sozialen Strukturen verändert hätten.

Bedürfnisse der Angehörigen

Im Mittelpunkt stehe der kranke Mensch, aber auch seine Angehörigen und weitere Nahestehende. Es geht laut Skodra um individuelle Wünsche und Bedürfnisse, im Einzelfall müsse den körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Realitäten Rechnung getragen werden. Skodra favorisierte ein professionelles und sektorenübergreifendes Handeln, sowie eine intensive Kommunikation aller an der Betreuung beteiligten Haupt- und Ehrenamtlichen und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.