Hoppmann sorgt für böses Blut in der „Vierten“

Jens Hoppmann und Ralf Schlotmann
Jens Hoppmann und Ralf Schlotmann
Foto: Claudia Heinemann

Balve..  Hoch her ging es am Samstag bei der Versammlung der 4. Kompanie der Schützenbruderschaft St. Sebastian in der Sebastianklause. Den Zündstoff dafür lieferte Jens Hoppmann, der im Vorfeld gegenüber dem Vorstand erklärt hatte, dass er für das Amt des Kassierers nach acht Jahren nicht erneut kandidieren und auch seinen Posten als Ersatzfähnrich niederlegen werde. Warum? Das fragte sich während der Versammlung auch das eine oder andere Mitglied und löste damit eine hitzige Diskussion aus.

Hoppmanns Erklärung: „Ich habe mich gefühlt, als ob unser Kompanie-Chef mir einen Dolch in den Rücken gerammt hat.“ Die Differenzen mit Ralf Schlotmann hätten ihn dazu bewogen, nicht weiter im Vorstand mitarbeiten zu wollen. Details zu den internen Streitigkeiten lieferte er jedoch nicht. „Die Chemie stimmt einfach nicht mehr.“

Diese Vorwürfe wies der Kompanieführer entschieden zurück. „Ich habe Jens in keiner Weise gemobbt. Er hat seinen Job wirklich gut gemacht“, sagte Schlotmann, der sich im Vorfeld mit Dietmar Betten bereits um einen Nachfolger bemüht hatte. Sichtlich verunsichert erklärte dieser jedoch, dass er nun nicht mehr wisse, wem er glauben soll. „Auf Grund der jetzigen Situation möchte ich mich daher doch nicht zur Wahl stellen“, entschied Dietmar Betten und fachte die Diskussion damit erneut an.

Zwangspause

Ein Wort gab das andere. Nach einer vom Vorstand verordneten Zwangspause verließ der Ehrenkompanieführer Klaus Pieper die Versammlung, nachdem ihm unterstellt wurde, dass er versuche, einen Keil zwischen die Beteiligten zu treiben, anstatt deeskalierend auf die Situation einzuwirken.

Letztlich nahm die Wahl des neuen Kassierers allerdings noch ein gutes Ende. Nach vielen aufmunternden Worten und nach einiger Bedenkzeit erklärte sich Dietmar Betten doch zur Wahl bereit und wurde einstimmig zum Nachfolger von Jens Hoppmann bestimmt. „Aber wenn es mir zu bunt wird, höre ich sofort wieder auf“, erklärte er im Nachsatz.

Doch damit nicht genug, denn der einen Diskussion folgte direkt die nächste. Unstimmigkeiten löste auch die Entscheidung der 1. Kompanie aus, für den ausscheidenden Dieter Krüdewagen mit Rüdiger Wieden einen neuen Kandidaten für den Beiratsposten im Hauptvorstand der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft ins Rennen zu schicken, obwohl im Vorfeld erklärt worden sei, dass der Beirat reduziert werden solle und dieser Posten vakant bleibt. „Uns wurde gesagt, dass die Anzahl der schwarzen Anzugträger abgebaut wird“, erklärte der Kompanie-Chef der „Vierten“ und auch der Stellvertretende Vorsitzende der Bruderschaft, Wilfried Schweitzer, gab zu, dass der Vorstand der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft davon erst aus der Zeitung erfahren habe.

„Nicht an Abmachung gehalten“

„Dadurch, dass sich die 1. Kompanie nicht an die Abmachung gehalten hat, haben sie allen anderen Kompanien die Chance genommen, im Vorfeld auch einen Kandidaten zu finden, der sich aufstellen lässt“, so die Meinung von Hoppmann. Er stieß damit auf allgemeinen Konsens in seinen Reihen.

Laut Schweitzer besteht der Hauptvorstand derzeit aus 21 Personen, davon werden zehn aus den Reihen der 1. Kompanie gestellt. Diesem Ungleichgewicht will die „Vierte“ nun entgegentreten, indem sie mit Jens Hoppmann einen eigenen Kandidaten für den Beirat aufstellen wird. Einstimmig wählten die Mitglieder ihren ehemaligen Kassierer für dieses Amt aus, der sich bei seinen Vereinskollegen für den riesigen Rückhalt bedankte.