Heimwacht soll die van-Bömmel-Villa erben

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Balve..  Das Gerücht hatten einige Mitglieder der Balver Heimwacht schon gehört, aber als Vorsitzender Werner Ahrens während der Jahreshauptversammlung des Vereins offiziell verkündete, dass Dr. Hildegard van Bömmel ihre Villa hinter dem Bahnhof der Heimwacht vererben wird, freuten sich die geschichtsinteressierten Balver sehr.

Die 92-Jährige ist seit vielen Jahren Mitglied der Balver Heimwacht und bewohnt ein stattliches Haus, das sie nach ihrem Tod in guten Händen wissen möchte. „Das Haus bietet ein beeindruckendes Ambiente. So etwas gibt es in Balve kein zweites Mal“, erklärte Werner Ahrens. „Und das soll auch so erhalten bleiben.“

„Munter und temperamentvoll“

Wenn der Erbfall eintritt, sollen die Heimwacht-Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung eingeladen werden. „Wir freuen uns sehr über das angekündigte Erbe. Es soll ein Haus der Begegnung sein. Aber zunächst wünschen wir Frau Dr. van Bömmel gute Gesundheit“, betonte Werner Ahrens. „Sie ist zwar 92 Jahre alt, aber noch sehr munter und temperamentvoll.“

Der Vorsitzende der Heimwacht berichtete über ein abwechslungsreiches zurückliegendes Jahr 2014 mit interessanten Vorträgen und Ausflügen, wie der Fahrt nach Essen-Werden an das Grab des Heiligen Ludger. Vor Beginn der Jahreshauptversammlung hatte Dr. Rudolf Tillmann aus Mettmann seinen Balver Zuhörern Interessantes und Wissenswertes über Totenzettel erzählt. Unter dem Titel „Das ganze Leben in wenigen Zeilen – Totenzettel als Zeugnis katholischen Denkens“ berichtete der Referent über die einfachen oder gefalteten Zettel mit den wichtigsten Lebensdaten eines Verstorbenen, die meist im Rahmen der Totenmessen an die anwesenden Trauergäste verteilt wurden. Der Brauch war im gesamten katholischen Europa verbreitet, geriet dann aber weitgehend in Vergessenheit. Inzwischen beschäftigen sich viele Sammler mit diesen Zeugnissen vergangener Tage.

Und auch Pfarrarchivar Rudolf Rath bat alle Menschen, ihm eventuell aufgefundene Totenzettel, für die sie keine Verwendung mehr haben, zu überlassen. Besonders in alten Gesangbüchern seien Totenzettel oft noch zu finden, so Rudolf Rath.

Führungen für Neubürger

Werner Ahrens kündigte an, in diesem Sommer Führungen für Neubürger anzubieten, damit diese ihre neue Heimat besser kennen lernen. Eine Führung durch die Stadt, eine Besichtigung der Pfarrkirche St. Blasius und ein Gang zur Hexenstele seien geplant. Und natürlich dürfen auch langjährige Balver an den kostenlosen Heimwacht-Führungen teilnehmen.