Gustav Edelhoff in Balve: „Die Energiewende ist ein Fiasko“

Gruppenbild mit Damen nach dem Wirtschaftsgespräch beim Balve-Optimum 2015.
Gruppenbild mit Damen nach dem Wirtschaftsgespräch beim Balve-Optimum 2015.
Foto: Richard Elmerhaus
Was wir bereits wissen
Am Ende des 10. Wirtschaftsgesprächs beim Balve Optimum ergreift Unternehmer Gustav-Dieter Edelhoff aus Iserlohn das Wort. „Die Energiewende ist ein Fiasko. Die jetzigen Bemühungen sind Wiedergutmachungsmaßnahmen, um in Ordnung zu bringen, was völlig ungeplant entstanden ist.“ Punkt.

Balve.. Das sitzt erstmal. Die Frage an Garrelt Duin (SPD), Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen, folgt von Edelhoff obendrein. „Ich möchte wissen, ob Sie meiner Meinung sind?“ Applaus von den Zuhörern.

NRW-Wirtschaftsminister Duin widerspricht

Die Antwort des NRW-Wirtschaftsministers kommt prompt. „Richtig ist: Es hat nie einen Masterplan und nie eine Projektsteuerung für die Energiewende gegeben“, sagt Garrelt Duin. Das Ziel – einen Anteil von mindestens 80 Prozent an erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2050 – hält der SPD-Politiker aber für „vernünftig“. Der Gast aus Düsseldorf spricht beim Wirtschaftsgespräch offen über „Reparaturen“, „aber die müssen nicht immer falsch sein und können auch gelingen.“

Energiewende „Die Energiewende in Deutschland – Bedrohung für den Mittelstand?“ lautet das Thema des Jubiläum-Wirtschaftsgespräches, das von dem erfahrenen Journalisten und Unternehmensberater Albrecht von Croy moderiert wird, und bei dem neben dem NRW-Wirtschaftsminister auch Harald Rutenbeck, Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen, Rede und Antwort stehen.

Energiekosten belasten Wirtschaft

Die Wirtschaft habe mit hohen Energiekosten zu kämpfen, sagt Rutenbeck, der die Gefahr sieht, dass Unternehmer Deutschland verlassen, um im Ausland kostengünstiger zu investieren. Aber: „Ich glaube, dass die Energiewende zu schaffen ist und sehe auch den Mitwirkungswillen der Wirtschaft.“ Den Vorwurf, dass Industrie und Kammern zu wenig unternehmen, um alle Einsparpotenziale im Energiebereich auszuschöpfen, widerspricht Harald Rutenbeck vehement.

Balve Optimum 2015 Energieeffizienz sei ein lohnendes Feld für Forschung und Investitionen. „Bis die Früchte geerntet werden können, wird es aber eine lange Durststrecke geben.“ Der SIHK-Präsident sagt im Beisein von Turnier-Chefin Rosalie von Landsberg-Velen, den Unternehmern und Politikern sowie den Schirmherren Ruth und Jürgen Echterhage aus Neuenrade, dass er auf Fördermittel seitens der Politik hofft.