Griechen schauen Sauerländern über die Schulter

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Leveringhausen..  Das Sauerland als Vorbild für Griechenland? Warum nicht? Eine achtköpfige Delegation aus jenem krisengeschüttelten südeuropäischen Land, das kurz vor einer Staatspleite steht, tourt in dieser Woche durch Südwestfalen. Gestern machten die Gäste aus Griechenland auch in Leveringhausen Station. Der Schultenhof ist ein Beispiel, wie im ländlichen Raum neue Geschäftsfelder erschlossen werden, Landwirtschaft und Touristik Synergien ergeben und Natur bewahrt wird.

Birgit Schulte ist die Chefin des Schultenhofs. Sie erläutert ihren weit gereisten Gästen, die gemeinsam mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Christel Voßbeck-Kayser und Vertretern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) vier Tage lang auf interkulturelle Entdeckungstour gehen, das Angebot des Schultenhofs. Fremdenzimmer und Ferienwohnungen, Raum für Feste und Familienfeiern, selbst produzierte Lebensmittel und Tiere zum Anfassen gehören dazu. Aber auch Ponywanderungen, Eier suchen im Hühnerstall oder Lagerfeuer mit Stockbrotbacken.

Nicht nur Liegestuhlurlaub

Die Gäste aus dem Nordwesten Griechenlands sind beeindruckt. Sie interessieren sich sehr für neue Möglichkeiten, Menschen und Geld ins Land zu locken. Sie suchen nach Ergänzungen zum Liegestuhlurlaub am Sandstrand. Anregungen aus dem Sauerland sind höchst willkommen. Weil Ferien auf dem Bauernhof in Griechenland weitgehend unbekannt sind, und auch die Vermarktung lokaler Produkte noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es reichlich Entwicklungspotenzial. „Die Region Epirus ist in einigen Aspekten durchaus vergleichbar mit dem Märkischen Kreis“, weiß Christel Voßbeck-Kayser.

Von großem Interesse für die Besucher sind auch Wanderwege. „Wir erzählen gerne, wie die Region Südwestfalen zueinander gefunden hat“, erklärt die Bundestagsabgeordnete. „Da muss man nicht nur mit seinem unmittelbaren Nachbarn reden.“

Während der Rundreise sollen auch Grundgedanken bürgerschaftlichen Engagements kommuniziert werden. Die südwestfälischen Gastgeber zeigen und erklären gerne, wie sie ihre Region fit machen für die Zukunft – und sie drücken die Daumen, dass die Menschen in Griechenland ihre Erfahrungen gewinnbringend nutzen können.

Der Kontakt, der Anfang dieses Jahres während der internationalen Tourismusmesse in Berlin und im Zusammenwirken mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit entstanden ist, soll aber nicht nur in eine Richtung nützlich sein. Angedacht ist eine Partnerschaft der Region Epirus mit Südwestfalen.