Gewerbliche Sammlungen schaden dem DRK Balve

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Was wir bereits wissen
Die Masche ist nicht neu, aber jetzt auch im Märkischen Kreis, genau gesagt in Schalksmühle, angekommen. Dort haben Unbekannte Faltblätter verteilt, um auf eine Sammlung von Altkleidern und Schuhen hinzuweisen. Rechtens war die Aktion nicht, weil sie nicht bei der zuständigen Abfallbehörde des Märkischen Kreises angemeldet wurde.

Balve..  „Die Namen der gewerblichen Sammler wechseln ständig, Telefonnummern und Post­adressen sind im Nachhinein teilweise nicht auffindbar. Jedes Kilogramm, das irgendwo anders hingeht, fehlt uns als caritative Organisation“, sagt Bernd Krämer, Schatzmeister des Deutschen Roten Kreuzes in Balve, der sich über zwielichtige Sammlungen maßlos ärgert.

Wer Kleider und Schuhe gewerblichen Sammlern bereit stellt, kann nicht sicher sein, wo die Utensilien landen und wer mit den Wertstoffen Geld verdient. Daher rät der Märkische Kreis, Altkleider nur caritativen Organisationen zu bringen. Der Kreis hat im Vorjahr auch eine Vereinbarung mit gemeinnützigen Kooperationspartnern – darunter auch dem Deutschen Roten Kreuz – abgeschlossen. Bürgerinnen und Bürger haben somit die Sicherheit, dass ihre Altkleider in geordnete Verwertungswege gelangen und tatsächlich gemeinnützigen Zwecken dienen.

Das Deutsche Rote Kreuz veranstaltet zweimal im Jahr – vor Ostern und im Herbst – Altkleidersammlungen. Bei der Aktion am Samstag sind nach Auskunft von Schatzmeister Bernd Krämer viereinhalb Tonnen zusammen gekommen.

Eine Tonne bringt 300 bis 400 Euro

„Eine Tonne mehr als noch beim letzten Mal. Zu Hoch-Zeiten hatten wir sechs Tonnen, aber mit dem jetzigen Ergebnis sind wir zufrieden“, sagt Krämer. Eine Tonne spült zwischen 300 und 400 Euro in die Kasse. Geld, das das DRK sammelt, um – wie jetzt – einen modernen Rettungswagen anzuschaffen. Er ist notfalltechnisch auf dem neuesten Stand. „Wir sammeln im Jahr zwischen 12 und 15 Tonnen. Würden die dauerhaft wegbrechen, wäre das ein herber Verlust. Daher unser Appell, nur zertifizierte Organisationen für Sammlungen aufzusuchen“, sagt Bernd Krämer. Mit T-Shirts, Unterwäsche, Hosen, Handtücher oder Bettwäsche wird die DRK-Kleiderkammer bestückt oder überörtliche Kleiderkammern versorgt.

Dass am Samstag parallel zur DRK-Sammlung auch die bezirksweite Aktion „Rumpelkammer“ stattfand, bei der Altpapier und Kleidungsstücke von der Kolpingsfamilie Garbeck abgeholt wurden, bezeichnet DRK-Schatzmeister Bernd Krämer als „nicht schön“.

Zweite Mal binnen zehn Jahren

„Die Kollegen der Kolpingsfamilie haben die gleichen Bedürfnisse wie wir. Um Unstimmigkeiten zu vermeiden, haben wir mit ihnen Kontakt aufgenommen. Schlimmer wäre es noch, wenn beide Organisationen klassische Straßensammlungen durchführen würden und es zu einem Wettrennen käme.“ In Abstimmung mit dem Ortsausschuss Garbeck werde im nächsten Jahr allerdings versucht, eine Termin-Überschneidung der Altkleider-Sammlung zu vermeiden, berichtet Bernd Krämer.

Neue Containerstandorte vom DRK Balve gibt es an der Uferstraße unterhalb des Kindergartens in L.A. sowie an der Schulstraße in Garbeck (Ecke Natfeld). Alte, kranke oder behinderte Mitbürger haben wieder die Möglichkeit wahrgenommen, ihre Altkleider zu Hause vom DRK abholen zu lassen. Bernd Krämer: „Wir fahren 40 bis 50 Adressen pro Sammlungstermin ab.“