Geldbußen und Punkte für Motorradfahrer

Die Polizei überprüft in Sanssouci,
Die Polizei überprüft in Sanssouci,
Foto: Richard Elmerhaus

Balve/Sanssouci..  Hunderte Motorradfahrer hat die Polizei am Sonntag am Bahnhof in Sanssouci überprüft. „Diese Aktion wird kein Einzelfall bleiben“, kündigt Polizeioberrat Bernd Scholz, Direktionsleiter Verkehr, im Gespräch mit unserer Zeitung an. Bis zum Spätsommer will die Polizei weitere spontane Großkontrollen durchführen, „um Rasern das Handwerk zu legen“, wie Scholz sagt.

Videofahrzeuge im Einsatz

Obwohl die Beamten am Sonntag auch mit Videofahrzeugen im Einsatz waren, konnten sie für das Stadtgebiet Balve eine entspannte Bilanz ziehen. Diesmal waren es nicht die „High-Risk-Fahrer“ – die manchmal mit bis zu 200 Stundenkilometern durch das Hönnetal brettern, dabei ihr Leben und das Leben anderer gefährden und ihre Filme ins Internet stellen – die erwischt wurden, sondern zwei Biker, die mit technischen Veränderungen ihr Gefährt aufgemotzt hatten. Zwei Motorräder fielen auf, bei denen die Fahrer den sogenannten „DB-Eater“ ausgebaut hatten. Dabei handelt es sich um ein auswechselbares Bauteil eines Schalldämpfers, um die Lärmemission durch Erhöhung des Staudrucks unter den gesetzlichen Grenzwert zu drücken. Eingesetzt werden sie zumeist in Motorrad-Sportschalldämpfern. Die Fahrer erwartet ein Bußgeld in Höhe von 90 Euro sowie ein Punkt in Flensburg.

Durch das unbeständige Wetter waren am Sonntag laut Polizeioberrat überwiegend Tagestouristen aus dem Sauerland oder Wochenendausflügler aus den Niederlanden unterwegs. Bei den Motorradunfällen im Märkischen Kreis – ca. 180 waren es im vergangenen Jahr – sind zu 60 Prozent Biker aus dem Ruhrgebiet oder den Niederlanden betroffen. „Eine Unfallhäufung gibt es auf allen Strecken Richtung Sorpesee“, berichtet Bernd Scholz.

Ziel der Polizei ist es, die Hochgeschwindigkeits-Biker aus dem Verkehr zu ziehen. „Fünf bis zehn Prozent“ seien unbelehrbar und würden den Ruf der umsichtigen Motorradfahrer beschmutzen. Laut einer Statistik sind – nicht wie bei den Autofahrern – die 18- bis 21-Jährigen bei schweren Motorradunfällen beteiligt, sondern meist die Altersklasse 30 bis 40 Jahre. Das habe vermutlich mit den Einkommensverhältnissen zu tun, sagt Bernd Scholz.