Garbecker Feuerwehr fliegen viele Herzen zu

Foto: Steffie Friske
Was wir bereits wissen
„Mama, wem gehört das Auto?“, fragt Nick (6) in einer Mischung aus Skepsis und Vorfreude.

Garbeck..  Das Auto, in dem Fall ein Golf älteren Baujahres, wurde dem Löschzug Garbeck von einem Mitglied zwecks gezielter Zerstörung überlassen. Denn jetzt geht es dem Golf ans Leder. Beziehungsweise an die Karosserie.

„Wir wollen heute einmal zeigen, welche Möglichkeiten wir haben, eingeklemmte Personen aus einem Unfallwagen zu befreien“, erklärt der Sprecher Kai Gaberle den vielen Besuchern, die zum Tag der offenen Tür des Löschzuges Garbeck gekommen sind.

Das Szenario: Ein Mann ist auf der Beifahrerseite in seinem verunglückten Fahrzeug eingeklemmt. „Als erstes müssen wir eine Öffnung für den Rettungsdienst schaffen“, so Kai Gaberle. Wurde der Patient vom Notarzt stabilisiert, geht es für die Feuerwehr richtig ans Werk. Gerade die Kinder können sich gar nicht sattsehen, wie die Feuerwehr etwas mal so richtig kaputt macht. Die Scheiben werden erst abgeklebt (Achtung, Sicherheitsglas) und dann entfernt. Mit der Spreizschere werden durch gezielte Schnitte beide Türen des Golfs abgetrennt. „Wir sind froh, dass wir bald eine neue Schere bekommen“, erklärt Kai Gaberle. „Bei einem Audi Q7 stoßen wir hiermit schon an unsere technischen Grenzen.“ Das ist der Nachteil der neuen, stabileren Bauweise: Das Fahrzeug hält einem Unfall zwar deutlich besser Stand, ist aber für die Retter auch deutlich schwerer zugänglich.

Bei diesem älteren Golf kann die Feuerwehr noch beherzt losschneiden. Innerhalb von wenigen Minuten kann auch das Dach nach oben weggeklappt werden. Der Weg zum Patienten ist frei, das Auto endgültig Schrott. Die Zuschauer applaudieren, und als es für die Kinder dann auch noch eine Runde Eis umsonst gibt, sind der Feuerwehr wieder viele Herzen zugeflogen.

Viel Glitzer für Prinzessinnen

Gerade für die Kinder hat sich die Garbecker Feuerwehr, die derzeit 44 Aktive zählt, viel einfallen lassen. Die Hüpfburg ist ein Selbstläufer, und für das passende Make-Up zum Fest sorgen Yvonne Severin und Linda Herter. „Wir können auch ein Feuerwehrauto mit Flammen schminken“, werben sie, auch wenn viele Mädchen dennoch auf Prinzessinnen-Schminke mit viel Glitzer bestehen. „Das Schminken ist ein Dauerbrenner und auch gar nicht so schwer – wenn die Kinder stillhalten“, so Yvonne Severin.

Lukas und Dennis von der Jugendfeuerwehr macht es nichts aus, dass sie selbst vom Fest nicht viel mitkriegen. Sie helfen den Kindern, mit dem Wasserstrahl aus dem Schlauch auf eine Dosenpyramide zu zielen. „Das sind aber nur D-Strahlrohre“, erklärt Lukas Budde fachkundig. „Die C-Rohre haben so einen Druck, dass man sie nur zu zweit halten kann.“ Alles klar.

Dafür, dass die Kasse stimmt, sorgen nicht nur die zahlreichen zum Teil kunstvollen Kuchenspenden, sondern vor allem die Tombola. „Drei Familien kümmern sich im Wesentlichen darum, dass wir attraktive Preise haben“, so Torsten Hartmann. 600 kleine und große Preise sind in diesem Jahr zusammengekommen, darunter wirklich wertvolle und tolle Gaben wie ein Boschhammer, ein Drei-Meter-Trampolin oder ein iPad. Am frühen Nachmittag waren die Lose bereits alle weg.

Ein Gastspiel am Vormittag des Musikvereins „Amicitia“ Garbeck rundete den Tag ab. Bis in den frühen Abend feierten die Garbecker mit ihrer Feuerwehr. „Wir waren sehr zufrieden“, zieht der Pressesprecher des LZ Garbeck, Kai Gaberle, Bilanz. „Und ich denke, es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern es war auch informativ.“