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Aus nach sechs Jahren

Galerie „Picata“ muss geschlossen werden

14.06.2012 | 06:00 Uhr
Galerie „Picata“ muss geschlossen werden
Foto: Stefan Scherer

Balve.   Die Trauer über den Verlust ist groß, und ein kleines Tränchen verdrückten Ingeborg Mainz und Anneliese Schmitz mit den Damen des Malkreises Safran, als sie mit einem gemeinsamen Essen die Galerie „Picata“ beerdigten. Nach sechs Jahren muss das kleine aber feine Kunstzentrum im Herzen der Hönnestadt seine Pforte schließen. Neue Räume haben die Frauen nicht in Aussicht.

„Der Hausbesitzer vermietet die Räume anderweitig“, erläutert Ingeborg Mainz den Grund der Schließung. Ihnen seien zwar die Räume über der Eisdiele an der Hauptstraße angeboten worden, doch die sind den beiden Mieterinnen Ingeborg Mainz und Anneliese Schmitz schlicht zu unattraktiv. Ein schlechtes Haar lassen die beiden Malerinnen an ihrem bisherigen Vermieter dennoch nicht: „Er hat uns stets einen sensationell guten Preis gemacht, und es war von Anfang an klar, dass wir die Galerie räumen, wenn ein zahlungskräftiger Mieter auf den Plan tritt. Eigentlich sind wir sogar erstaunt darüber, dass wir so lange dort sein durften.“

Die Idee zur Galerie wurde im Jahr 2006 geboren. „Wir wollten einen Raum haben, in dem wir ausstellen können“, erinnert sich Anneliese Schmitz. „Die Möglichkeiten, unsere Bilder in Balve zu präsentieren waren damals sehr begrenzt.“ Um so froher waren die Frauen darüber, als Lückenbüßer in das Erdgeschoss an der Hauptstraße einziehen zu können.

Während der folgenden Jahre wurde „Picata“ zu einem Markenzeichen in der heimischen Kunstszene. Neben den Bildern des eigenen Malkreises „Safran“ boten Ingeborg Mainz und Anneliese Schmitz auch immer wieder Künstlern von außerhalb einen Platz, ihre Bilder, Fotografien und Skulpturen in Balve zu präsentieren. Nicht zuletzt die Auslese, bei der Brigitte Hermann und der Mendener Buchhändler Andreas Wallentin in jedem Jahr vor Weihnachten ihre Lieblingsbücher vorstellten, mauserte sich vom Geheimtipp zum Aushängeschild. „Diese Veranstaltung wollen wir und auch Brigitte Hermann auf jeden Fall beibehalten“, sagt Ingeborg Mainz. Wo das in diesem Jahr stattfinden soll, darüber machen sich die Frauen derzeit noch Gedanken. Ebenso, wo sie demnächst ihre Kunst präsentieren. Fest steht: Die sehr gute Zusammenarbeit mit der Bücherei soll fortbestehen und ausgeweitet werden. Zudem laufen Gespräche mit der Stadt Balve darüber, das Museum für Vor- und Frühgeschichte neben der Luisenhütte vermehrt als Ausstellungsraum zu nutzen.

Am liebsten wäre den Damen aber ein neuer Raum. „Daran knüpfen wir aber bestimmte Bedingungen. Wir sind nicht auf Biegen und Brechen darauf angewiesen, irgendwo die Galerie wieder zu eröffnen“, sagt Anneliese Schmitz. So lehnten sie bereits ein Angebot aus Garbeck ab. „Wir möchten im Zentrum der Stadt bleiben. Klar ist aber auch, dass wir nicht in der Lage sind, die normalen Sätze für gewerbliche Miete aufzubringen“, fährt sie fort.

Die acht Mitglieder des Malkreises „Safran“ sind weiterhin in den eigenen vier Wänden kreativ tätig. Dreien von ihnen fällt derzeit eine ganz besondere Aufgabe zu. Ingeborg Mainz, Anneliese Schmitz und Hiltrud Severin sind aktuell intensiv damit beschäftigt, die Statuen aus der Piuskapelle neu zu bemalen, damit diese bald wieder in alter Schönheit erstrahlen können. „Das ist gar nicht so einfach. Ein Experte für derartige Restaurationen steht uns mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Anneliese Schmitz, bevor sie sich mit den anderen Damen an die Zubereitung des Leichenschmauses für die Galerie „Picata“ begibt.

Stefan Scherer



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