Fußballtrainer aus Balve soll 13-Jährigen missbraucht haben
14.04.2010 | 17:30 Uhr 2010-04-14T17:30:00+0200
Balve/Hagen. Ein 47-jähriger Mann aus Balve muss sich seit Dienstag wegen Kindesmissbrauchs in fünf Fällen vor dem Hagener Landgericht verantworten. Der ehemalige Trainer einer Iserlohner Fußballmannschaft soll sich an einem 13-jährigen Spieler vergangen haben.
Ende 2006, so die Anklage, hatte sich der Balver erstmals seinem Schützling in verbotener Weise genähert. In einer Tiefgarage war es zu intimen Berührungen gekommen. In den folgenden zwei Monaten hatte er den Jungen in weiteren vier Fällen in massiverer Form missbraucht. Im Gegenzug, vielleicht auch, um sich das Schweigen des 13-Jährigen zu erkaufen, soll er ihm Spiele für seine Playstation „geschenkt” haben. Ende 2007 hatte der Vater des mutmaßlichen Opfers Anzeige erstattet.
47-Jähriger bestreitet Vorwürfe
Am Dienstag begann das Verfahren vor der 1. Großen Strafkammer im Hagener Landgericht. Mit den Vorwürfen konfrontiert, holte der 47-Jährige aus, beschrieb seine Beziehung zu dem Jungen in epischer Breite und, so schien es zumindest, versuchte, sich in möglichst gutes Licht zu rücken. Immer sei er für den Teenager da gewesen, habe sich seine Probleme angehört und ihn auch finanziell unterstützt. „Ich habe ihn eingekleidet, ernährt — alles.” Überhaupt: „Umso länger wir uns kannten, je mehr ist er mir ans Herz gewachsen. Er ist wie ein eigener Sohn für mich.”
Was die Missbrauchsvorwürfe betraf, nahm er erst auf Nachfrage von Rechtsanwalt Dr. Frank Nobis, der den heute 17-Jährigen vertritt, Stellung: „Ich habe nichts mit ihm gemacht, ich habe nichts mit ihm gehabt.” Vielmehr sei es so gewesen, dass der Junge seine Nähe gesucht habe.
SMS: "Ich liebe Dich."
Die Version des erschüttert wirkenden Vaters indes klang gänzlich anders. „Er war ständig hinter meinem Sohn her. Er hat ihm immer teure Geschenke gekauft. Es gab viel Stress wegen ihm.” Quasi permanent habe der Angeklagte seinem Sohn neue Sachen geschenkt, habe sich mehrfach in der Nähe ihres Wohnhauses aufgehalten. Irgendwann habe er dann eine SMS des Balvers gelesen. Unmissverständlicher Inhalt: „Ich liebe Dich.”
Bereits vor dem Moment, als er sich ihm anvertraut habe, habe der Junge schon geäußert, dass er den Trainer nicht mehr zu Hause besuchen und er ferner den Verein verlassen wolle.
Das Verfahren wird am Mittwoch mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt. Am Donnerstag wird das mutmaßliche Opfer gehört.
09:07
Puh, ich möchte nicht wissen, ob Kinder mit Handicap, die sich meisten nicht mal glaubwürdig vor ihren Eltern artikulieren können, missbraucht werden. Solche Verbrechen sollte man auf die Stufe der Mörder anheben, weil ein Seelenmord nicht minder gegen ein Körpermord zu verstehen ist. Aber in Deutschland kümmert man sich lieber um Täter, als um Opfer. Ich kann meine widerlichen Gefühle gar nicht genug an die Front bringen.