Für Zäune ist bei den Terbrüggens kein Platz

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Balve..  Viele Naturliebhaber wären überglücklich, wenn sie sagen könnten, hinter ihrem Gartenzaun fange die Natur an. Waltraud und Martin Terbrüggen haben keinen Gartenzaun – und das liegt keineswegs daran, dass sie erst vor gut einem Jahr ihren Neubau am Garbecker Kirchweg bezogen haben. Die Terbrüggens wollen gar keinen Gartenzaun. Deshalb können sie sagen: „Wir wohnen in der Natur.“

Am Sonntag nehmen die beiden Balver erstmals an der Aktion „Offene Gärten im Ruhrbogen“ teil. Während andere Gartenbesitzer zu diesem Anlass ihre Gartenpforte für Besucher öffnen, können sich Waltraud und Martin Terbrüggen diese Arbeit sparen: wo kein Zaun, da auch keine Pforte. Das Ehepaar liebt Licht und Luft und Weite.

Was im Innern ihres Hauses konsequent umgesetzt wurde, setzt sich im Garten fort. „Wir wollen möglichst offen leben“, erklären sie. Deshalb werden Anbieter von Zäunen oder Mauern mit ihnen nicht ins Geschäft kommen. Der Grundgedanke größtmöglicher Offenheit wird konsequent umgesetzt. Das Dach über der Terrasse besteht aus Glas, und die seitliche Abtrennung ist eine Horizontalmarkise, die nur bei Bedarf ausgerollt wird. „Es ist hier oben sehr windig“, erklären die beiden mit fast schon entschuldigendem Unterton. Auch der Sitzplatz am südlichen Ende des Gartens wurde luftig-leicht geplant. Granitstelen recken sich gen Himmel und tragen ein dünnes Gerüst aus hölzernen Rankhilfen. Irgendwann sollen Kletterpflanzen Schatten spenden und den Wind abhalten.

Dachbegrünung auf der Garage

Doch das wird noch einige Zeit dauern. Der Garten der Familie Terbrüggen ist neu angelegt und erfordert Geduld. Wer sich am Sonntag auf den Weg zum Garbecker Kirchweg 11 macht, bekommt einen modernen Hanggarten zu sehen, der sich bestens in die umgebende Landschaft einfügt. Die zahlreichen Rosen, die noch vor einer Woche in voller Blüte standen, präsentieren sich zum Leidwesen der Gartenbesitzerin derzeit in eher schmuckloser Verfassung. „Dafür blühen aber der Lavendel, der Salbei und hoffentlich bis Sonntag auch die Rispenhortensien“, sagt Waltraud Terbrüggen. Zudem gibt es eine Dachbegrünung auf der Garage zu sehen und erste Erfahrungen der Gastgeber im Umgang mit einer großen Regenwasserzisterne dazu.

Oase der Ruhe

Für die Hausbesitzer ist ihr kleiner Garten eine echte Oase der Ruhe. Er wurde alters- und behindertengerecht angelegt. Außerdem verdient er sich das Prädikat pflegeleicht. „Wenn die Sonne scheint, sieht er wunderschön aus“, sagt Waltraud Terbrüggen. Weil der Waldrand nur 300 Meter entfernt ist und gleich hinter der Grundstücksgrenze eine große Wiese beginnt, kommt auch hin und wieder tierischer Besuch vorbei.

Keine Botanikexperten

Die Terbrüggens freuen sich am Sonntag auf viele Gäste. „Alle Gartenfreunde sind herzlich willkommen“, sagen sie. „Eine Gartenführung wird es aber nicht geben. Dafür ist unser Garten zu klein. Wir sind aber die ganze Zeit da und beantworten gerne Fragen. Allerdings sind wir keine Botanikexperten.“