Flüchtlinge wollen mit Balvern grillen

Das Mittagessen in Balve soll sich etablieren.
Das Mittagessen in Balve soll sich etablieren.

Balve..  Die Gemüsesuppe mit Hühnerfleisch, zubereitet von der Interessengemeinschaft Garbeck, hat zwar den Geschmack der Balver getroffen, nicht aber den vieler Flüchtlinge beim ersten gemeinsamen Mittagessen in der Cafeteria der Hauptschule. Um bei den Asylbewerbern auch kulinarisch zu punkten, will das Bündnis für Flüchtlinge die Menschen aus Eri­trea, China oder Serbien nun mit einem Barbecue locken. Der Grilltag wird am Samstag, 13. Juni, um 12 Uhr auf dem Pausenhof der Hauptschule organisiert.

„Die Idee zu grillen, ist von den Asylbewerbern selbst gekommen“, berichtet Birgit Schäfer von der Kolpingsfamilie Balve, als im Sitzungssaal des Rathauses das erste Mittagessen bilanziert wird. Lob gibt es für die gemütliche Atmos­phäre, die in der Cafeteria der Hauptschule am 9. Mai geherrscht hat. Ebenso für die lockere Begrüßung, die einen ersten Zugang zu den oft traumatisierten Menschen ermöglicht hat, sowie für die 25 Flüchtlinge selbst. „Die Menschen waren aufgeschlossen und haben sich bemüht, mit uns ins Gespräch zu kommen“, so der Tenor. Es gibt aber auch Verbesserungsvorschläge: „Einhelliger Tenor war nachher, dass das Mittagessen nicht nur auf die zehn verpflichteten Helfer begrenzt wird, sondern für alle Balver, die Interesse haben, offen steht“, sagt Birgit Schäfer.

Bei dem Barbecue am 13. Juni wird sich die Interessengemeinschaft Garbeck wieder tatkräftig einbringen. Sie kündigte an, zwei bis drei Zelte zur Verfügung stellen zu wollen und bat um Helfer beim Aufbauen. Auf Schweinefleisch soll eher verzichtet werden, weil der Verzehr im Islam verboten ist. Dafür sollen Geflügel, Rinderfleisch- und Rinderwürstchen auf dem Grill landen. Als Beilagen sind Gemüse, Fladenbrot und Salate angedacht. Das Helferteam wird sich am 8. Juni nochmals im Rathaus treffen, um die letzten Details zu besprechen. Dann geht es darum, wer den Grill, Holzkohle und Getränke organisiert.

Schleppend verläuft die Teilnahme am Deutschunterricht, den mehrere ehemalige Lehrer aus dem Stadtgebiet den Flüchtlingen anbieten. Engelbert Falke sieht hierfür auch logistische Probleme: „Das hat sich bislang noch nicht richtig einspielen können, weil mal die Bahn gestreikt hat und dann ein Bus nicht gefahren ist. Wir sind aber zuversichtlich, dass das in Zukunft besser laufen wird.“ Über den Deutschunterricht und das Mittagessen hinaus gibt es bislang keine weiteren Pläne, die oftmals vertriebenen Menschen zu integrieren. Zwar ist der Wille in Balve da, aber das Bündnis ist sich einig, nicht den „zweiten vor dem ersten Schritt zu tun“. Schließlich gehe es nicht darum, die Menschen zu therapieren. „Das liegt nicht in unserer Kompetenz.“

Hygiene in der Küche

Kompetent aufgeklärt sind die Bündnis-Teilnehmer nach der Hygiene-Unterweisung durch Dr. Michael Beringhoff, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Neuenrade. Er unterrichtete die Balver über Hygiene in der Küche und den Umgang mit Lebensmitteln und verwies auf Schutzkleidung. „Das A und O der Hygiene ist das Händewaschen“, teilte Dr. Beringhoff mit. Er rät, die Hände 40 Sekunden lang bei einer Wassertemperatur von 40 Grad Celsius zu säubern. Wunden müssten abgedeckt sein, bei Erkältungen sei von einer Teilnahme generell abzuraten. „Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten“, sagte Dr. Beringhoff.