Flagge zeigen für das Balver Krankenhaus
09.12.2011 | 16:48 Uhr 2011-12-09T16:48:00+0100
Balve.Wenn sich am morgigen Sonntag um 14 Uhr der Demonstrationszug vom ehemaligen Lidl-Parkplatz in Bewegung setzt, rechnet die Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve mit etwa 1 000 Teilnehmern.
„Wir haben schon jetzt sehr viele Zusagen. Allein auf Facebook sagten 300 Menschen ihre Teilnahme zu“, freut sich der Chef-Organisator von der Balver Bruderschaft, Wolfram Schmitz, über die positive Resonanz. Denn auch aus den Städten, Iserlohn, Menden, Sundern und Neuenrade erwarten die Schützen eine hohe Anzahl von Protestlern, die sich gemeinsam mit den Balvern für den Erhalt des St.-Marien-Hospitals einsetzen. „Es ist schon erfreulich, dass sich im Vorfeld der Demonstration und der Podiumsdiskussion in der Aula der Städtischen Realschule sehr viele Menschen für das Überleben des Krankenhauses stark machen“, sagt Wolfram Schmitz.
Während die Schützenbruderschaft über den Zuspruch von Jung und Alt sehr zufrieden ist, macht sie sich über die Katholische Kirchengemeinde Balve allerdings ihre Gedanken. „Wir hatten schon damit gerechnet, in der St.-Blasius-Kirche unsere Podiumsdiskussion abhalten zu können, weil das Jugendheim zu klein für die zahlreichen Menschen ist“, heißt es aus der Vorstands-Etage der Schützenbruderschaft Balve.
Brudermeister Engelbert von Croy war es, der Kontakt zu Pfarrer Andreas Schulte aufnahm, um die Genehmigung für die Podiumsdiskussion in der Kirche zu erbitten. Der Seelsorger ließ ihn in einem ersten Gespräch wissen, dass nichts dagegen spräche, allerdings finde bereits um 17 Uhr ein Konzert in der Kirche statt.
Als sich die Schützenbruderschaft nach reiflicher Überlegung dazu entschloss, mit der Demonstration bereits um 14 Uhr zu beginnen, um doch noch die Kirche nutzen zu können, war Pfarrer Andreas Schulte nicht bereit, Engelbert von Croy eine Zusage zu erteilen. Er müsse erst in Paderborn nachfragen, ließ er die Schützenbrüder wissen.
Als dann am Donnerstagnachmittag die Nachricht aus Paderborn kam, die Würde des Hauses dürfe nicht angetastet werden, waren die Schützenbrüder enttäuscht, denn sie hatten gehofft, Pfarrer Andreas Schulte, Hausherr der St.-Blasius-Pfarrkirche, hätte ihnen die Türen offen gehalten.
Eine Korrektur gibt es bei der Besetzung des Podiums. Der Wunsch der Schützen, mit Oberarzt Dr. Hans-Helmuth Baumeister einen Sympathieträger des St.-Marien-Hospitals für die Gesprächsrunde zu präsentieren, geht nicht in Erfüllung. Krankenhaus-Geschäftsführer Thomas Wülle hat ihm die Teilnahme untersagt.
Ungeachtet der Irritationen ruft die Schützenbruderschaft St. Sebastian alle Bürger aus der Region auf, am Sonntagnachmittag Flagge zu zeigen für das Balver Krankenhaus. Gleichzeitig weist die Schützenbruderschaft darauf hin, dass sich die Menschen rund um die Demonstration und Podiumsdiskussion in die Unterschriftenlisten eintragen können. Darüber hinaus können die Bürger am morgigen Sonntag die Aufkleber „Rettet das St.-Marien-Hospital Balve“ gegen eine kleine Spende, die dem Förderverein zur Verfügung gestellt wird, erwerben.
09:25
Es ist unglaublich, dass Herr Wülle dem Oberarzt die Teilnahme an der Diskussion untersagen kann.
Aber dieser Maulkorb spricht meiner Meinung nach Bände.
Auch über das Verhalten der Kirche muß man nicht erstaunt sein: Die Träger der Hospitalvereinigung sind die Katholischen Kirchengemeinden St. Aloysius, Iserlohn - St. Vinzenz, Menden - St. Blasius, Balve und die CURA. Der Verwaltungsratsvorsitzende der CURA ist Dirk Wummel, Leiter der Hauptabteilung Finanzen beim Erzbistum Paderborn (alles über die Homepage der Hospitalvereinigung und die Homepage des Bistums zu erfahren).