Feuerwehr startet Ausbildungsoffensive

Foto: Claudia Heinemann
Was wir bereits wissen
Die Arbeit der Feuerwehr hat sich verändert.

Balve..  „Dadurch, dass die Leute vermehrt auf Rauchmelder setzen, nehmen die Brandeinsätze ab. Dafür steigt die Zahl der technischen Hilfeleistungen“, weiß der stellvertretende Löschgruppenführer Bodo von Düren, der am Wochenende für den verhinderten Löschgruppenführer Klaus-Peter Engel die Jahresdienstbesprechung der Balver Blauröcke im Gerätehaus leitete.

Der Blick auf die Statistik bestätigt diese Tendenz: Insgesamt rückte die Löschgruppe 47 Mal im Jahr 2014 aus. „Darunter waren 17 Brandeinsätze und 30 technische Hilfeleistungen“, sagt von Düren, der darauf hinwies, dass die Nomex-Überhose nicht mehr bei technischen Hilfeleistungseinsätzen getragen werden soll, sondern nur noch zu ihrem eigentlichen Zweck – den Brandeinsätzen.

500 Mann waren im Vorjahr im Dienst der Feuerwehr unterwegs. „Das sind im Durchschnitt 10,6 Kameraden pro Einsatz – ein sehr guter Wert“, weiß der stellvertretende Löschgruppenführer. Anders sieht die Bilanz bei den Übungen aus. „Von den 21 Übungseinheiten erreichten nur elf Übungen eine Beteiligung von mehr als 50 Prozent.“ Wie kann das Ergebnis verbessert werden?

Der Vorschlag, die Übungsabende für die beiden Gruppen nicht ausschließlich an einem Samstag stattfinden zu lassen, sondern alternativ einen Termin unter der Woche anzubieten, wurde mit knapper Mehrheit angenommen. Die Kameraden können zukünftig entscheiden, ob sie weiterhin samstags um 18 Uhr üben wollen, oder lieber am Mittwoch um 18.30 Uhr. Die Ausbildungs- und Übungsabende sollen einheitlich auf Stadtebene durchgeführt werde.

Personell hat die Löschgruppe für den Festausschuss neue Gesichter bekommen. Bis zum Jahr 2019 werden Franziska Bathe, Timon Streiter, Sebastian Engel und Heiner Tillmann nach einstimmiger Wahl den Förderverein der Löschgruppe bei der Durchführung von Festivitäten, Ausflügen und anderen Aktionen unterstützen.

„Müssen mit der Zeit gehen“

Ein wesentlicher Bestandteil der Jahresdienstbesprechung ist zudem der Bericht der Wehrleitung über anstehende Veränderungen. Der stellvertretende Wehrleiter Oliver Prior berichtete, dass das FSHG sowie das Katastrophenschutzgesetz überarbeitet und in dem neuen BHK-Gesetz (Brandschutz-Hilfeleistungen-Katastrophenschutz) zusammengeführt werden sollen. Des Weiteren startet die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit dem Kreis eine Ausbildungsoffensive, um alle Löschgruppen an den derzeitigen Stand der Technik anzupassen und flexibler zu gestalten. „Wir müssen mit der Zeit gehen“, so Prior, der erklärte, dass viele Kameraden den heutigen Ansprüchen und Anforderungen nicht mehr gewachsen seien. Dies bestätige die hohe Durchfallquote bei Lehrgängen.

Ein zusätzliches Thema in diesem Jahr ist der Brandschutzbedarfsplan. „Wir haben bereits viele Gespräche geführt und werden versuchen, den Brandschutzbedarfsplan bis März durchzubringen.“ Ein Punkt darin wird das neue Kommandofahrzeug mit Allrad-Antrieb für Wehrleiter Frank Busche sein. Alle vorhandenen Fahrzeuge werden zudem mit einem neuen Logo ausgestattet. Statt dem Balver Wappen wird zukünftig ein Mammut die Einsatzwagen zieren. Außerdem werden sich die Wappen der jeweiligen Ortsteile auf den Fahrzeugen befinden.

Internetanschluss in Gerätehäusern

Zu den Investitionen: Noch in diesem Jahr wird das neue Datenverwaltungsprogramm „EMP-fire“ und 2016 das Alarmierungsprogramm „Cobra 4“ ans Netz gehen. „Damit sind die Löschgruppen untereinander besser vernetzt und wir sind up to date“, erklärte Prior. Im Zuge dessen soll auch jedes Gerätehaus einen Internetanschluss bekommen und die Homepage komplett überarbeitet werden.