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Festival rettet die Bilanz der Luisenhütte

05.01.2012 | 19:48 Uhr
Festival rettet die Bilanz der Luisenhütte
Familientag Luise heizt ein an der Luisenhütte in Wocklum. Im Bild: Feuerkünstlerin Estefania. Foto: Christian Paul

Wocklum.Wie der erste Blick auf eine Zahl doch täuschen kann: Hat die Luisenhütte ihre Besucherzahl im vergangenen Jahr im Gegensatz zu 2010 gehörig gesteigert, sieht einen Rechenschritt später alles schon ganz schön dürftig aus. Die Attraktivität des Museums sinkt.

Zunächst steht fest, dass während der vergangenen zwölf Monate 5 205 Besucher zum Industriedenkmal kamen. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr, in absoluten Zahlen: 271 Gäste. Das liegt jedoch lediglich an einem einzigen Öffnungstag, dem Festival „Luise heizt ein.“ Zu diesem regionalen Höhepunkt der Industriekultur kamen allein 2 000 Besucher – 700 mehr als im Jahr zuvor, was für den Betreiber der Luisenhütte und Veranstalter des Festivals, den Märkischen Kreis einen großen Erfolg bedeutet.

Unterm Strich bleibt aber auch die enttäuschende Feststellung, dass während der restlichen Tage – die Luisenhütte ist immer vom 1. Mai bis 31. Oktober geöffnet – 429 Menschen weniger das Museum aufsuchten. Das bedeutet: 16 Prozent weniger Führungen, zehn Prozent weniger geführte Personen. Zudem sank der Anteil der museumspädagogisch betreuten Besuche von 33 auf 28 Prozent. Eine Entwicklung, die ein Haus weiter, im Balver Museum für Vor- und Frühgeschichte, ebenfalls Einzug gehalten hat (die WP berichtete).

Aufgeben will der Märkische Kreis jedoch nicht: „Nach wie vor gilt die Feststellung, dass das Potenzial der sehr abseits gelegenen Luisenhütte noch nicht voll ausgeschöpft ist. Zwar geben die Besucher ausschließlich begeisterte Kommentare ab, äußern aber häufig, dass sie dieses Ausflugsziel eher zufällig entdeckt haben“, sagt Ursula Erkenz, Kreis-Pressesprecherin. Zudem sei die Luisenhütte schließlich ein sehr spezialisiertes Museum, das es vergleichsweise schwer habe, die breite Masse anzusprechen.

Dennoch sollen dem ­Industriedenkmal in erster Linie Marketingmaßnahmen zu neuen Besuchern verhelfen. „Die Museumspädagogik und der Tourismus in unseren Haus arbeiten an neuen Konzepten. Wir wollen verstärkt auf Schulen zugehen. Außerdem möchten wir eng mit Busunternehmen zusammenarbeiten, die Touren zur Luisenhütte anbieten oder diese als Ausflugsziel in bestehende Reisen einarbeiten“, sagt Ursula Erkenz. Im Verbund mit den beide anderen Museen des Kreises, der Burg Altena und dem Deutschen Drahtmuseum im Altena, soll zudem die überregionale Werbung verstärkt werden.

Mit im Boot ist dabei auch das Museum für Vor- und Frühgeschichte der Stadt Balve. Ursula Erkenz erklärt dazu: „Die Zusammenarbeit läuft sehr gut, wir sehen beide Museen als Paket. Die Kombikarte ist auch am meisten gefragt.“

Stefan Scherer

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