Felsendom bietet Bühne für große Gefühle

Premiere „Der Glöckner von Notre-Dame“ mit Regisseurin Anke Lux.
Premiere „Der Glöckner von Notre-Dame“ mit Regisseurin Anke Lux.
Foto: WP

Balve..  Begeisterte Zuschauer, glückliche Schauspieler und eine stolze Regisseurin – die Premiere des neuen Musicals „Der Glöckner von Notre-Dame“ geht in die Geschichte des Balver Festspielvereins ein. Das Original reckt sich fast 100 Meter in den Pariser Himmel, doch auch der Nachbau der Kathedrale von Notre-Dame in der Balver Höhle präsentiert sich imposant. Dramatisch illuminiert, bildet die berühmte Kirche eine eindrucksvolle Kulisse für das neueste Musical des Festspielvereins.

Mehr als 500 Zuschauer verfolgten gestern Abend die erste von acht Aufführungen. „So viele Besucher hatten wir schon lange nicht mehr bei einer Premiere“, freute sich die Vorsitzende Lisa Grefe. „Wir sind überwältigt und begeistert vom Zuspruch. Und die Reaktionen sind auch super. Ich habe von vielen Leuten gehört, dass sie dieses Stück für das beste seit langem halten.“

Obwohl das Bühnenbauteam um Stephan Haarmann unter extremen Zeitdruck arbeiten musste – immerhin nahm noch neun Tage zuvor ein Produktionsteam von RTL die Balver Höhle für die Aufzeichnung von „Deutschland sucht den Superstar“ in Beschlag – zauberten die Bühnenbauer in Rekordzeit eine Kulisse in den Felsendom, die dem Ensemble beste Bedingungen für schauspielerische, tänzerische und gesangliche Glanzleistungen bot. Der Felsendom ist die Bühne für ganz große Gefühle.

Roman als Vorlage

Der historische Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“, den der berühmte französische Schriftsteller Victor Hugo 1831 schrieb, dient als Vorlage für das Musical des Festspielvereins. Das Paris Ende des 15. Jahrhunderts ist ein Ort blinden Hasses und verbotener Leidenschaft. Quasimodo (Dennis Traud), der missgebildete Glöckner von Notre-Dame, liebt die schöne Zigeunerin Esmeralda (Nadine Schlebrowski), die er oft aus seinem Glockenturm beobachtet. Aber auch der düstere Dompropst fühlt sich zu dem Mädchen hingezogen. Zerrissen zwischen Gottesfurcht und Leidenschaft verleumdet er Esmeralda als Hexe, um sie zu vernichten. Quasimodo bringt das Mädchen in den Glockenturm der Kirche und versucht, sie zu beschützen, koste es auch sein eigenes Leben.

Mag die Geschichte von Quasimodo und Esmeralda auch ohne Happy End bleiben, die Premiere des Festspielvereins endete mit Begeisterungsstürmen. Die Zuschauer bejubelten eine rundum gelungene Inszenierung und dankten es mit großem Applaus. Regisseurin Anke Lux lobte: „Das Stück war spielerisch sehr anspruchsvoll und eine große Herausforderung, aber das Ensemble hat die Sache sehr gut gemeistert und dem Publikum Gänsehautmomente beschert. Ich bin sehr stolz.“

Auch Balves Bürgermeister Hubertus Mühling sparte nicht mit Lob: „Das war eine ganz tolle Leistung und sehr professionell vorgetragen. Und der neue Chor ist absolut eine Bereicherung.“