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Fahrlehrer Henning Swirski feiert 25-jähriges Jubiläum

04.11.2011 | 16:43 Uhr
Fahrlehrer Henning Swirski feiert 25-jähriges Jubiläum

Balve. Wer kann sich schon zwei Lebensträume erfüllen? Einer von den Menschen, die das Glück gleich im Doppelpack mit sich herumtragen, ist Fahrlehrer Henning Swirski aus Balve. Schon als Kind hatte er den Wunsch, Fahrlehrer zu werden und einen Ferrari zu fahren.

Auf die Erfüllung seiner Träume musste er zwar eine Weile warten, aber inzwischen ist er seit 25 Jahren Fahrlehrer mit Leib und Seele. Dafür wurde er jetzt vom Fahrlehrerverband Westfalen mit einer Urkunde ausgezeichnet.

Mit seinem Ferrari hat es Henning Swirski in den Jahren 2000 bis 2005 geschafft, für Schlagzeilen in den Printmedien zu sorgen und von Günter Jauch (RTL/„Menschen, Bilder, Emotionen“) und Stefan Raab (ProSieben) eingeladen und als der einzige Fahrlehrer mit einem Ferrari gefeiert zu werden.

„Nach der Sendung mit Günter Jauch und einem Bericht in der Bildzeitung hatte ich gefühlt eine Millionen Anrufe, obwohl meine Telefon-Nummer niemals bekannt gemacht worden ist in den Medien“, erzählt der Fahrlehrer, der sich damals nicht hat vorstellen können, was er mit dem Kauf eines Ferraris auslösen würde.

Insgesamt legte er mit Fahrschülern, aber auch allen anderen, die an einer Tour mit dem Sportwagen aus Maranello interessiert waren, 60 000 Kilometer zurück. „Noch heute gibt es Anrufer, die einen 140-Euro Gutschein erwerben möchten, um mit mir und meinem Ferrari eine 50-Kilometer-Tour zu machen“, lächelt der sympathische Hönnestädter, der seinem italienischen Renner jedoch eine mehrjährige Pause gönnt.

„Wer einmal so ein Auto besitzt, der gibt es nicht wieder her“, sagt Henning Swirski, der vor 14 Jahren mit seiner Fahrschule von Iserlohn nach Balve übersiedelte. Bei seinen Nacht- und Überlandfahrten mit den Fahrschülern ist er oftmals auf dem Weg zur Sorpe durch Balve gefahren. Als die Räume der ehemaligen Druckerei Busch frei wurden und das gesamte Gebäude 2000 zum Verkauf stand, haben sich Henning und Barbara Swirski dazu entschlossen, von Menden „in das wunderschöne Städtchen Balve“ zu ziehen.

Diese Entscheidung hat Swirski, der sehr gern als Fahrlehrer in Balve arbeitet, nie bereut. In den zurückliegenden Jahren registrierte er aber immer öfter, dass die Schulung der jungen Führerscheinbewerber schwieriger geworden ist. Dafür gibt es nach Meinung des Fahrlehrers verschiedene Gründe. Einer davon ist die steigende Verkehrsdichte. „Aber auch die Zeitplanung der Menschen, die immer hektischer unterwegs sind, ist eine andere. Weil sie immer weniger Zeit haben, zum Ziel zu kommen, setzen sie beispielsweise die Fahrschüler im Hönnetal durch zu dichtes Auffahren so unter Druck, dass eine Fahrschülerin die Kontrolle über das Auto verloren hat“, erzählt Swirski, dem es aber nach wie vor viel Freude bereitet, den jungen Menschen zu einem Führerschein zu verhelfen.

Allerdings musste auch er sich daran gewöhnen, dass die Führerscheinbewerber, die immer jünger werden, sehr gern mit ihm während der Fahrstunde diskutieren, warum sie nicht schneller als 50 km/h fahren dürfen in der geschlossen Ortschaft. „Dann höre ich oftmals: Mein Papa fährt doch auch schneller.“

Weil es zu den Verkehrsvorschriften keine Alternative gibt, beendet Hennig Swirski die Diskussion und setzt seinen Schwerpunkt auf „Befehl und Gehorsam“. „Anders geht es nicht, wenn die Prüfung bestanden werden soll“, sagt der Fahrlehrer, der grundsätzlich keinen Druck auf die Fahrschüler ausübt. „Sie bestimmen ihr Lerntempo ganz alleine“, sagt Henning Swirski und freut sich auf die nächste Fahrstunde, auch wenn sie nicht mehr im Ferrari stattfindet.

Richard Elmerhaus

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