Evangelische Christen arbeiten an einem Konzept
13.09.2007 | 11:00 Uhr 2007-09-13T11:00:07+0200Balve. (sim) Die evangelische Gemeinde Balve will den Herausforderungen der Zukunft mit einem Gemeindekonzept begegnen. Um dieses Konzept zu erarbeiten, trafen sich am Mittwoch Mitglieder der Gemeinde mit Pfarrer Christoph Bergmann im Gemeindehaus.
Wolfgang Germowitz, der Vorsitzende des Presbyteriums, und Christoph Bergmann erklärten, dass die Erstellung eines Gemeindekonzeptes für alle evangelischen Gemeinden verpflichtend sei. Eine Gemeinde, die in Zukunft ein solches Konzept nicht vorlege, könne zum Beispiel nicht mehr mit einer Pfarrstelle rechnen. Doch um ein Konzept zu erstellen, muss zuerst der Ist-Zustand der Gemeinde ermittelt werden. Dabei half Kai Reimann, der im Presbyterium für Finanzen zuständig ist.
Reimann zeigte auf, dass Balve in den vergangenen Jahren zwar immer noch eine "Insel der Seligen" war, wenn es um die Finanzen ging. Doch es ist zu fürchten, dass diese Zeiten mit ausgeglichenen Haushalten bald vorbei sind. So sei im Jahr 2008 mit einerHaushaltsunterdeckung von 16.000 Euro zu rechnen. Im Jahr 2010 könnten es im schlimmsten Fall 37.000 Euro sein. Sollte nicht gegengesteuert werden, seien die Rücklagen in sieben Jahren aufgezehrt. Auch in Balve muss man also lernen, mit immer weniger Geld auszukommen, selbst wenn es nicht so schlimm kommen sollte, wie von Reimann errechnet. Der Verkauf von Immobilien sei keine Lösung, Löcher in der Kasse zu füllen, warnte Wolfgang Germowitz.
Die finanzielle Entwicklung habe nichts mit der sinkenden Mitgliederzahlen in der Gemeinde zu tun, stellte Pfarrer Bergmann klar. Die Gemeinde in Balve sei seit 1981 sogar von 2061 auf 2420 Gemeindeglieder gewachsen. Dies sei hauptsächlich auf Zuzüge in den neuen Baugebieten zurückzuführen. Nun komme es darauf an, die Gemeinde im gegebenen finanziellen Rahmen zum Blühen zu bringen, sagte Pfarrer Bergmann. "Der Rotstift soll nicht die Theologie bestimmen."
Innerhalb eines Jahres wollen die evangelischen Christen nun ein Konzept mit Leitsätzen erarbeiten, die die Richtung für die Gemeinde festlegen, ihr Selbstverständnis festschreiben und zeigen, was sich im gegebenen finanziellen Rahmen verwirklichen lässt. "Eine Gemeindekonzeption enthält Regelungen zur Umsetzung der Leitsätze und Ziele in der Gemeindearbeit", heißt es dazu in einem Papier der evangelischen Gemeinde von Westfalen.
Das Konzept wird aber auch weiter ins Detail gehen, etwa bei der Planung von Projekten, im Personalwesen oder im Bereich von Dienstanweisungen. So wird den Gemeindegliedern und dem Presbyterium eine Richtschnur an die Hand gegeben. Das sei auch hilfreich, um etwa neuen Mitgliedern des Presbyteriums die Arbeit zu erleichtern, stellte Wolfgang Germowitz fest.
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