Es läuft nicht alles rund
20.05.2010 | 18:37 Uhr 2010-05-20T18:37:00+0200
Balve. Vor drei Monaten wurde in der Städtischen Realschule Balve die Aktion Partner für Schüler GmbH aus der Taufe gehoben. Als am Dienstagabend im Lernstudio Schüler, Lehrer und Unternehmer ein erstes Fazit zogen, stellte sich heraus: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Zwar berichteten einige Schülerinnen und Schüler sowie Unternehmer, dass die bisherigen Schnupperpraktika gut verlaufen seien, es gab aber auch Kritik. So beispielsweise durch den Chef der größten Druckerei in der hiesigen Region, Hans Zimmermann. Er ist der Meinung, es komme nicht genug von den jungen Leuten. „Wir wollen den Jugendlichen doch etwas bieten und ihnen bei ihren Problemen helfen.”
Losverfahren macht keinen Sinn
Unterstützung erfuhr der Druckerei-Chef von Rainer Krause. Der Dachdeckermeister aus Volkringhausen ist der Ansicht, es mache keinen Sinn, die Schüler per Losverfahren einem Unternehmer zuzuordnen. „Die Berufswünsche müssen vorher abgefragt werden, sonst kann es passieren, dass Schüler nicht den richtigen Praktikumsplatz bekommen, weil sie der Beruf überhaupt nicht interessiert. So war es beispielsweise bei mir”, erzählte Rainer Krause, der den jungen Leuten aber einen anderen Praktikumsplatz vermitteln konnte.
Andere Erfahrungen in der Sparkasse
Über eine völlig andere Erfahrung wusste Sparkassen-Regionaldirektor Anton Lübke zu berichten. Seine Praktikanten wussten sehr wohl, was sie wollten. Eine junge Dame war so mutig, dass sie sich nach einem 30-minütigen Gespräch mit Anton Lübke an dessen Schreibtisch setzte und sich von dort aus einen Praktikumsplatz für das Jahr 2011 in einem Kindergarten sicherte. #
Bitte von Boege
Einhelliger Tenor bei allen Beteiligten: Die jetzigen Praktikanten sollten auch andere Berufe kennen lernen. Allerdings sei es nicht Aufgabe der Unternehmer, als Berufsberater zu agieren, diesen Part müsse die Agentur für Arbeit übernehmen. „Es geht beim Schnupperpraktikum, das sich über rund 18 Monate erstreckt, um das Überwinden von immensen Barrieren, denn die jungen Leute kennen die Berufswelt nicht. Hier spielen Werte eine ganz große Rolle. Werte, die Sie erfolgreich gemacht haben, müssen Sie in die Herzen der Kinder transportieren”, bat Schulleiter Wilhelm Boege die Unternehmer um kräftige und langmütige Unterstützung.
Denn nach seiner Einschätzung seien nur die Unternehmer dazu in der Lage, den Langzeit-Praktikanten von der Aktion Partner für Schüler GmbH das Streben nach Qualität klar vor Augen zu führen. Deshalb seien auch die Gespräche zwischen Schülern und Firmen-Chefs sehr wichtig. „Das Zusammenwirken der maßgeblichen gesellschaftlichen Kräfte erweist sich hier möglicherweise als ein ganz entschiedender Faktor zur Stärkung einer Generation und unserer Region”, gab der Rektor Wilhelm Boege den Firmen-Chefs und Berufsfindungspartnern mit auf den Weg von der Städtischen Realschule in ihre Unternehmen.
Messe im Herbst
Zuvor verständigte man sich darauf, im Herbst eine Messe in der Realschule zu organisieren, auf der die Schüler die Betriebe ihrer Partner vorstellen. „Im Rahmen dieser Messe sollen weitere Gespräche geführt und eine Tauschbörse eingerichtet werden”, sagt Wilhelm Boege.
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