„Es geht nicht nur ums Geld“

Neuenrade..  „Die Satzung ist so gut wie fertig und unsere Gründungsmitglieder sind bereit. In den kommenden Tagen wenden wir uns an das Amtsgericht. Es geht nur noch um Formalitäten“, sagte Bernhard Peters, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft (FWG) auf Anfrage am Freitag. Er und acht weitere Mitglieder stehen in den Startlöchern, um Anfang März den Förderverein Neuenrader Bäder zu gründen.

Das Freibad in Neuenrade ist ein beliebter, überregionaler Ausflugspunkt. 2014 besuchten mehr als 40 000 Gäste die Neuenrader Badeanstalt. Allerdings ist der populäre Freizeitort für die Stadt ein großer Zuschuss-Posten: So investierte die Stadt 2014 eine sechsstellige Summe in das Freibad, das durch die langen Bahnen sogar für Sport-Schwimmer interessant ist.

Bereits vor mehr als einem Jahr hatten Mitglieder der FWG die Idee entwickelt, einen gemeinnützigen Förderverein für die Neuenräder Schwimmbäder (Frei- und Hallenbad) zu gründen. Hiermit sollte der Finanzhaushalt etwas entlastet werden. „Eigentlich hatten wir das parteiübergreifend angedacht. Allerdings wurden unsere Fragen zur Beteiligung an der Initiative von den anderen Neuenrader Parteien allesamt verworfen“, erklärte Bernhard Peters, der als Argument immer „keine Zeit“ habe hören müssen. „In gewisser Weise war das eine Blockadehaltung der anderen Parteien“, ärgert sich der Fraktionsvorsitzende. Er und die restlichen Mitglieder des Fördervereins wollen sich aktiv einsetzen, damit das Frei- und wie auch das Hallenbad, als „Förderstätten für Gesundheit“ ausgebaut werden.

Einer der Grundideen, die die Initiative nun durchsetzen will, sei das Freibad als „Ort der Events auszubauen, zu dem man auch geht, wenn es nicht warm ist“. Hilfe wolle man sich dabei auch von Eventmanagern holen, um das Bad zu beleben und die Attraktivität zu steigern. „Es ist in Neuenrade die einzige öffentliche Anlage, die als Veranstaltungsort, zum Beispiel für Open-Air-Festivals, genutzt werden kann. „Es geht uns nicht nur ums Geld. Natürlich wollen wir das für das Projekt sammeln, aber in erster Linie wollen wir in Neuenrade langfristig einen besonderen Ganzjahrestreffpunkt etablieren“, sagt Peters. Eine Nutzung über das aktuelle Maß hinaus sei erstrebenswert.

Zudem möchte er prüfen, ob sich das beheizbare Schwimmbad auch durch alternative Energietechnik erwärmen lassen kann. „Solartechnik wäre eine Möglichkeit, mit der man umweltfreundlich das Wasser erwärmen kann. Damit könnten Kosten gespart werden, wenn nicht mehr die Ölheizung des Bades dafür genutzt werden muss.“ Langfristig würde diese Lösung die Stadt entlasten, vermutet Peters.

In den kommenden Tagen treffen sich die Mitglieder zu einer letzten Gründungssitzung, um die Posten zu verteilen. Peters: „Der Sommer steht vor der Tür, also müssen wir in die Puschen kommen.“