„Eiserne Lady“ rudert nach Kritik zurück

Diese Parkbucht löst kein Problem, sie schafft eins, und zwar dann, wenn beim Überholvorgang plötzlich ein Auto um die Kurve kommt.
Diese Parkbucht löst kein Problem, sie schafft eins, und zwar dann, wenn beim Überholvorgang plötzlich ein Auto um die Kurve kommt.
Foto: Richard Elmerhaus
Was wir bereits wissen
Für die Verärgerung der Anlieger aus Balve-Süd hat der UWG-Vorsitzende Thomas Busche voll­stes Verständnis.

Balve..  „Was da oben gemacht wird, das geht gar nicht. Ich habe den Eindruck, die haben zuviel Zeit im Rathaus. Anstatt für den Bürger da zu sein, holt die Frau Schärfke immer wieder neue Paragrafen aus der Schublade, um ihnen das Leben zu erschweren. Wenn man etwas von ihr will, dann verweigert sie sich. Das, was im Rathaus nicht nur in diesem Fall praktiziert wird, das hat mit der von Bürgermeister Mühling vor dessen Wahl lautstark propagierten Bürgernähe überhaupt nichts zu tun“, wettert Thomas Busche. „Die UWG will dieses Thema in der März-Ratssitzung behandelt wissen.“

Bis dahin könnte sich schon etwas in der Halteverbotszone verändert haben, denn die Leiterin des Ordnungsamtes, die die Beschilderung in Balve-Süd geändert hat, weil sich ein einziger Bürger an sie gewandt hat, rudert im Gespräch mit der WESTFALENPOST mächtig zurück. Nachdem es jetzt erste Gespräche im Rathaus gegeben hat, soll die gesamte Fläche noch einmal vom Bauamt der Stadt Balve unter die Lupe genommen werden. „Danach werden wir entscheiden, wo wir für die Bürger weitere Parkbuchten einrichten können“, erklärte Christiane Schärfke auf Anfrage dieser Zeitung.

Im Dialog mit der WP machte die „Eiserne Lady“, wie sie inzwischen in Balve-Süd genannt wird, aber deutlich: „Die Halteverbotszone bleibt“, und erteilt damit all den Anliegern und Bürgern eine Absage, die gehofft hatten, die alte Beschilderung wäre wieder zum Maß aller Dinge erhoben worden.

Sorgen um den Pflegedienst

Auch ein 72-jähriger Balver verfolgt die Situation in Balve-Süd mit großer Sorge. „Ich habe einen Bandscheibenvorfall und bin vielleicht auch einmal auf den Pflegedienst angewiesen. Deshalb kann es doch nicht sein, dass den Helferinnen und Helfern ein Knöllchen verpasst wird, weil sie in Ermangelung einer ausgewiesenen Parkfläche während ihres Dienstes ihr Auto auf der Straße vor meinem Haus parken“, sagt der Anlieger.

Erteilt die Stadt Balve den Pflegediensten keine Sondergenehmigung, dann werden die pflegebedürftigen Menschen nicht mehr angefahren, klagt der Bewohner aus dem Schwalbenweg und verweist darauf, dass es auch ohne neue Schilder geht. „Wir hatten ein ganzes Jahr lang die Handwerker vor der Tür und es hat keinen Ärger gegeben, man muss nicht alles regeln“, heißt es aus dem Schwalbenweg.

Während die Bewohner aus dem Finkenweg und großen Teilen der Amtsschlade über die neue Halteverbotszone verärgert sind, freut sich ein Anlieger aus der Straße Unterm Leisenberg. „Ich bin froh, dass die Stadt Balve Parkbuchten in unserer Straße angebracht hat, denn jetzt komme ich endlich ohne Behinderung von meinem Grundstück auf die Straße“, sagt der Hönnestädter und geht auf die schlechten Erfahrungen aus den vergangenen Monaten ein.

Keine Hilfe seitens der Politesse

„Immer wieder haben Anlieger ihre Autos so geparkt, dass es mir nicht möglich war, mein Grundstück zu verlassen. Ich bin deshalb zum Ordnungsamt gegangen, obwohl die Politesse meine Nachbarin ist, aber weder bei ihr noch bei Frau Schärfke habe ich Unterstützung erfahren. Erst, nachdem die Schilder aufgestellt und die Stadt Balve Knöllchen verteilt, hat sich die Situation für mich verbessert“, erzählt der Anlieger und sieht die Parkbucht auf der rechten Seite der Straße Unterm Leisenberg auch als „Schwachsinn“ an. „Die gehört auf die andere Seite, damit das Müllfahrzeug durchkommt.“