Deutlich mehr Verletzte durch Unfälle in Balve

Foto: Richard Elmerhaus

Balve..  Als die Rettungskräfte am 17. Oktober 2014 zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 229 zwischen Langenholthausen und Benkamp ausrückten und die Autowracks sahen, war ihnen am Ende des Tages klar: „Es ist fast ein Wunder, dass alle Unfallbeteiligten keine schweren Verletzungen davon getragen haben.“ Die acht Personen, die mit Schleudertraumata und Prellungen vergleichsweise glimpflich davon gekommen waren, beeinflussen aber das Ergebnis der Balver Verkehrsunfallstatistik im Jahr 2014. Denn die Anzahl der verletzten Menschen ist von 54 in 2013 auf 70 im Vorjahr gestiegen – ein Plus von 29,63 Prozent.

Dennoch stellt 1. Polizei-Hauptkommissar Josef Pille fest: „Die ganz schweren Unfälle mit tragischen Folgen, die es früher in Balve öfter gegeben hat, sind in den vergangenen Jahren zum Glück ausgeblieben.“ Maßnahmen zur Verkehrssicherheit hätten dazu ebenso beigetragen, wie höhere Standards in den immer moderner werdenden Fahrzeugen. „Und bei schweren Unfällen ist auch sehr viel vom Glück abhängig.“

Josef Pille deutet an, dass auch die verkehrsunfallträchtige B 229 Richtung Benkamp in den nächsten Jahren auf den Prüfstand vom Landesbetrieb Straßen.NRW gestellt wird. Eine Renovierung der Fahrbahn sei ebenso angedacht wie Maßnahmen an den Bäumen entlang der Bundesstraße. Zunächst habe aber die Stabilisierung der Hönnebrücke in Sanssouci, die bekanntlich für Lastkraftwagen oberhalb von 7,5 Tonnen gesperrt ist, Priorität. Diese Baumaßnahme soll binnen fünf Monate abgeschlossen sein.

Weniger Kradunfälle

Überrascht und erfreut sind 1. Polizei-Hauptkommissar Josef Pille und Richard Unkhoff, Leiter des Verkehrskommissariates Nord, über den Rückgang der verletzten Personen nach Kradunfällen im Stadtgebiet Balve (Minus 50 Prozent gegenüber 2013). Unkhoff: „Und das, obwohl die Saison lang war.“ Dagegen bleibt die Zahl der Verletzten bei den 18- bis 24-Jährigen unvermindert hoch (16). „Das ist eine Zielgruppe, die bei uns besonders im Fokus steht.“ Überhöhte Geschwindigkeit sei bei schweren Verkehrsunfällen weiterhin Ursache Nummer eins. Fehler beim Abbiegen und Wenden und bei der Vorfahrt-Gewährung bleiben in Balve an der Spitze, wenn es um kleinere Unfälle mit Sachschäden geht.

An der Spitze – im positiven Sinne – liegt Balve, wenn es um Schulwegunfälle geht. Gerade einmal einen leichten Unfall hat die Polizei im Jahr 2014 aufgenommen. „Was die Schulwegsicherung angeht, weiß ich, dass die Balver exzellent aufgestellt sind“, lobt 1. Polizei-Hauptkommissar Josef Pille.

Dagegen bereitet die Aufklärungsquote Sorgen. Denn Unfallfluchten werden in Balve nur zu 39,3 Prozent aufgelöst – nicht nur ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahr (48 Prozent), sondern auch unter dem Durchschnitt des Märkischen Kreises (44,5 Prozent) und dem Land NRW (46,1 Prozent). Gründe sieht Richard Unkhoff unter anderem in Umstrukturierungen bei der Polizei, im „Anzeigeverhalten“ der Geschädigten sowie im hohen Durchgangsverkehr auswärtiger Fahrzeuge.