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Der Wandel vom Herrn Pfarrer zum Privatmann

17.08.2008 | 22:06 Uhr

Balve. Erleichterung, Freude, aber auch ein bisschen Wehmut spiegelten sich im Gesicht von Christoph Bergmann wider, als er vor der Kirchentür stand und den Gemeindegliedern ein letztes Mal die Hand schüttelte - oder sie fest in seine Arme schloss. ...

"Die besten Jahre unseres Lebens in Balve verbracht." - Christoph Bergmann bei seiner letzten Predigt in der evangelischen Kirchengemeinde Balve. Foto: Stefan Scherer

... Der Herr Pfarrer wechselte in diesem Moment in den Privatmann Christoph Bergmann über.

Drei Jahre lang hielt der Seelsorger die Zügel der evangelischen Kirchengemeinde Balve in den Händen, hat in dieser Zeit immense Sympathien nicht nur in der eigenen Gemeinde, sondern in ganz Balve gesammelt. "Charmant und begeisternd", waren die Worte, mit denen die Gemeindeglieder ihren scheidenden Pfarrer charakterisierten. "Meine Familie und ich haben die besten Jahre unseres Lebens hier in Balve verbracht. Es ist unglaublich, wie wohlwollend uns die Menschen hier gegenübertreten", spielte Bergmann den Ball gerne zurück. Um so schwerer habe die Entscheidung auf seinen Schultern gelastet, die Pfarrstelle in der Hönnestadt aufzugeben.

Eine Entscheidung freilich, die auch den Superintendenten Albert Henz und die evangelische Kirche von Westfalen mit Sitz in Bielefeld mit einer noch nie dagewesenen Situation konfrontierte. "Es gibt Dinge, die liegen nicht in unserer Hand, und diese Dinge sollten von unserem Urteil enthoben sein", sagte der Superintendent im Abschiedsgottesdienst für Bergmann. Dies sei ein Einschnitt, der die Gemeinde verunsichern und irritieren würde, sagte Henz und sicherte den Balvern seine Hilfe zu. So wird er sich in den kommenden Wochen persönlich die Vertretung mit Pfarrer Matthias Hoffmann aus Lendringsen, Pfarrer Peter Wevelsiep und Pfarrer Christian Weber (beide aus Iserlohn) teilen.

Christian Weber ist heißer Kandidat für die Nachfolge von Christoph Bergmann. Er übernimmt bereits den Konfirmandenunterricht und war als designierter Nachfolger auch beim Abschied Bergmanns: "Ich habe mich auf diese Stelle beworben und freue mich riesig, wenn das klappt."

Klappen heißt in diesem Fall, dass er noch gewählt werden muss, wie es in der Evangelischen Kirche üblich ist. Um sich vorzustellen, wird er am 12. Oktober eine Probepredigt halten. "Funktioniert alles so, wie wir denken, wird Christian Weber seinen Dienst in Balve am 9. November antreten", sagt Superintendent Albert Henz im Gespräch mit der WESTFALENPOST.

Zuvor hatte er Bergmann im Gottesdienst seines Amtes enthoben, aber gleichzeitig betont: "Sie bleiben weiterhin ordinierter Pfarrer der Evangelischen Kirche." Bergmann war besonders darüber sehr gerührt: "Das war eines der schönsten Geschenke des heutigen Tages." Und Geschenke bekam er reichlich. In Form von lobenden Worten vom Presbyteriums-Vorsitzenden Wolfgang Germowitz und Pfarrer Dr. Reinhard Richter, die sich für die gute Zusammenarbeit bedankten. Sie wünschten dem Seelsorger ebenso wie zahlreiche Balver alles Gute, verbunden mit Dank für drei schöne Jahre und erfreuten ihn mit musikalischen Darbietungen, Sketchen und vielen kleinen Präsenten.

Nach dem Gottesdienst hatte Christoph Bergmann hinter der Kirche noch zu Grillgut und einem kühlen Pilsener eingeladen - als glücklicher Privatmann und nicht mehr als Herr Pfarrer.

Von Stefan Scherer

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