„Das darf doch nicht wahr sein“

Symbolisch überreicht der Stellvertretende Bürgermeister Alexander Schulte (rechts) den Schlüssel für den neuen Gerätewagen in Garbeck an Feuerwehr-Chef Frank Busche. Die Feuerwehr ist zum Politikum geworden.
Symbolisch überreicht der Stellvertretende Bürgermeister Alexander Schulte (rechts) den Schlüssel für den neuen Gerätewagen in Garbeck an Feuerwehr-Chef Frank Busche. Die Feuerwehr ist zum Politikum geworden.
Foto: Richard Elmerhaus Richard Elmerhaus

Balve..  Die Entscheidung der CDU, den Brandschutzbedarfsplan erst im September zu verabschieden, und nicht in der Ratssitzung am Mittwoch, 24. Juni, hat die Feuerwehr tief ins Mark getroffen. „Das darf doch nicht wahr sein“, sagte der neue Stellvertretende Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Balve, Bodo von Düren.

Dringender Handlungsbedarf

Rund 15 Feuerwehrmänner, die die Sitzung im Rathaus verfolgten, trauten ihren Ohren nicht, als CDU-Fraktions-Vorsitzender Johannes Schulte am Ende verkündete: „Wir werden den Brandschutzbedarfsplan nach der Sommerpause abschließend beraten.“

Der Beschluss der CDU überrascht, weil zuvor zwei Stunden lang über die Dringlichkeit von Maßnahmen diskutiert worden ist, die sowohl die Sicherheit der Bevölkerung als auch der Feuerwehrkameraden betreffen. Dafür war Diplom-Ingenieur Manfred Unterkofler von der Forschungs- und Planungsgesellschaft für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz im Rathaus. Dringender Handlungsbedarf besteht unter anderem in Mellen (Stellplatzsituation der Einsatzkräfte, fehlende Abgasanlage) und in Garbeck (Verbesserung der Parkplatzsituation für Einsatzkräfte). Weil die Gerätehäuser in Beckum („nicht entwicklungsfähig“) und Volkringhausen („große Mängel“) nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprechen, ist ein gemeinsamer Standort in Sanssouci im Gespräch. Fachmann Manfred Unterkofler: „Die Politik muss der Feuerwehr zeigen, dass sie in der aktiven Gemeinschaft wichtig ist.“

So sehen es auch die Führungskräfte der Wehr, die die Menschen aus der Stadt Balve in den Vordergrund rücken. Für sie ist die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes eine vordringliche Aufgabe der Politik, weil er erstens seit mehr als zwei Jahren überfällig ist und zum zweiten die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Balve gewährleistet, aber auch kontrolliert.

Hier die Kernpunkte des Brandschutzbedarfsplanes 2015:

Standorte und Wirkungsbereich der Feuerwehren

Art und Anzahl der vorhandenen Fahrzeuge und Geräte

Anzahl und Ausbildung der aktiven Feuerwehrmitglieder

Risikopotenzial im Stadtgebiet und das zu gewährende Sicherheitsniveau für die Bürger der Stadt Balve (Schutzziel).