Christi Geburt auf der Spur

kfd krippentour Foto: mbo
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Balve/Mellen/Garbeck..  Drei Kirchen, drei Krippen, ein Erlebnis. Zum dritten Mal lud gestern die kfd Balve zu einer Besichtigungstour der besonderen Art ein. Gemeinsam mit Pfarrer Schulte besuchten rund 45 Frauen Krippen in heimischen Kirchen. Nach dem Auftakt in der St.-Blasius-Kirche fuhr die kfd-Gruppe in die St.-Barbara-Kirche nach Mellen und zur Pfarrkirche Heilige Drei Könige Garbeck.

Weil Pfarrer Andreas Schulte viel Wissenswertes über die einzelnen Krippen vortrug, ermöglichte die kfd-Krippentour einen besonders intensiven Blick auf die figürliche Darstellung der Geburt Christi. Weil jede Krippe ihre Besonderheiten besitzt, wurde es den kfd-Frauen auch bei der dritten Auflage der Krippentour nicht langweilig. „Nach dieser Tour haben wir alle Krippen im Pastoralverbund gesehen“, freute sich auch die Balver kfd-Vorsitzende Angelika Schulte. Weil das Interesse an diesen Ausflügen nicht nachlässt, will die kfd auch im nächsten Jahr ein ähnliches Angebot machen. „Das kommt so gut an, das müssen wir weiter machen“, verriet Angelika Schulte. „Allerdings werden wir dann einmal Balve verlassen.“

Die zum Auftakt besichtigte Krippe in der Balver Pfarrkirche St. Blasius hat eine bewegte Entstehungsgeschichte hinter sich. Bildhauer Josef Mormann schuf sie zwischen 1942 bis 1955 aus Holz. Schon am 25. Dezember 1944 wurde die Krippe feierlich benediziert – allerdings in minimaler Besetzung. Weitere Figuren sollten nachgeliefert werden. So entstanden im Laufe von über zehn Jahren die Beteiligten am Krippengeschehen.

Menschen aus Balver als Hirten

Wirtschaftliche Probleme und finanzielle Engpässe verzögerten die Herstellung der Krippe immer wieder. Auch Bretter waren gegen Ende des Kriegs knapp. Das einem westfälischen Bauernhaus nachempfundene Krippengebäude konnte nur fertig gestellt werden, weil Pfarrer Boeddicker das Problem mit Hilfe eines Balver Schreinermeisters löste.

Auch finden sich zwei Balver Personen im Figurenensemble. Den Hirten mit dem Schaf in seinen Armen gab der Balver Bauer Hermann Hering in Auftrag. Er stellt seinen ältesten Sohn Hermann dar, der 1944 in Russland starb. Die für die Herstellung der Figur gezahlten 600 Mark waren der Betrag, den damals Hinterbliebene gefallener Soldaten erhielten. Auch Wilhelm Boeddicker – 1933 bis 1958 Pfarrer der St.-Blasius-Gemeinde – bereichert als kniender Hirte das Krippengeschehen.