Chirurgische Abteilung wird bereits im März geschlossen
01.02.2012 | 17:33 Uhr 2012-02-01T17:33:00+0100
Balve.Jetzt geht es zur Sache. Nachdem bisher niemand so recht wusste, wann das Aus für das St.-Marien-Hospital kommt, wurden den Mitarbeitern am Dienstagabend vom Kirchenvorstand die voraussichtlichen Termine genannt.
Danach sieht es so aus: Die Chirurgische Abteilung stellt ihre Arbeit am 31. März 2012 ein. Für die Internisten wird die Uhr wahrscheinlich am 30. Juni abgelaufen sein.
Als der Balver Kirchenvorstand mit den Mitarbeitern des St.-Marien-Hospitals Balve in der Cafeteria über diesen Zeitplan und viele andere Dinge im Zusammenhang mit der beabsichtigten Schließung des Hauses diskutierte, bekamen Martin Gruschka, Bruno Köck und Pfarrer Andreas Schulte die Wut zu spüren.
„Ich muss allerdings sagen: Trotz des großen Wutpotenzials sind wir von den enttäuschten Mitarbeitern mit Samthandschuhen angefasst worden“, beschreibt der Geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes St. Blasius Balve, Martin Gruschka, die Gesprächskultur.
„Allerdings“, räumt er ein, „mussten wir uns zahlreiche kritische Fragen gefallen lassen.“ Eine davon drehte sich um die katastrophale finanzielle Situation der Katholischen Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis. Die Mitarbeiter wollten vom Kirchenvorstand wissen, wie es sein könne, dass die Finanzen der Hospitalvereinigung noch im Sommer zu keinerlei Sorge Anlass gegeben hätten und jetzt das St.-Marien-Hospital geschlossen werden müsse, um die beiden anderen Häuser zu retten. Für sie sei es zudem ein Rätsel, dass der Vertreter der CURA (Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft für soziale Einrichtungen mbH, Paderborn, wurde 1984 in Paderborn gegründet) vor einigen Monaten sogar den Abriss des Balver Krankenhauses im Verwaltungsrat gefordert habe.
Diese Vorwürfe habe der Kirchenvorstand nicht widerlegen können, berichtete Martin Gruschka, der den Unmut der Mitarbeiter nachvollziehen kann. „Denn einige Entscheidungen der Geschäftsführung sind einfach nicht nachvollziehbar, dies gilt auch für die Personalpolitik.“
Der Auftrag, die drei Betriebsstätten Iserlohn, Menden und Balve weiter zu entwickeln, sei nicht von der Geschäftsführung erfüllt worden. Deshalb müsse beim Blick auf die zu erwartenden Erlöse in diesem Jahr allen Beteiligten der Angstschweiß auf der Stirn stehen.
Zuversichtlich in die Zukunft blickend, geht der Geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Martin Gruschka, davon aus: „Wenn alles glatt läuft, wird das St.-Marien-Hospital Balve ein Jahr lang geschlossen und dann von einem anderen Träger, in welcher Struktur auch immer, weitergeführt.“
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