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Schützenfest Eisborn

Brudermeister holt den Vogel selbst runter

11.06.2012 | 19:00 Uhr
Brudermeister holt den Vogel selbst runter
Der Eisborner Schützenkönig Andreas Danne. Foto: Marcus Bottin

Eisborn. Andreas Danne ist neuer Schützenkönig in Eisborn. Gemeinsam mit seiner Frau Tanja regiert der Brudermeister in den nächsten zwölf Monaten die Schützenbruderschaft St. Antonius. Bis der Regent die Königskette umgehängt bekam, war vom Eisborner Schützenvolk jedoch Geduld gefordert. Das gestrige Vogelschießen wird als eines der besonders zähen in die Geschichte eingehen.

Erste Federn musste der Eisborner Schützenvogel schnell lassen. Nach dem Eröffnungsschuss des scheidenden Regenten sicherten sich Florian Gurski die Krone, Benedikt Ott das Zepter, Gisbert Sprenger senior den rechten Flügel und Sebastian Ott den Apfel. Doch der Elan der Bergdörfler ließ schnell nach.

Nur eine gute Viertelstunde lang hallten Schüsse über die idyllisch gelegene Vogelwiese am Waldrand. Dann wurde es ruhig. Kein Büchsenknall störte die Festmusik der Knappenkapelle Meggen. Auch das Trommlerkorps Eisborn, das den Kollegen Dieter Kaiser im Rollstuhl abholte, war bestens zu hören.

Nach einer halben Stunde Pause trauten sich eine Handvoll Jungschützen zumindest in die Nähe der Gewehre. Es blieb jedoch bei gut fünf Minuten Gesprächen auf der knapp zehn Meter entfernten Holzbank. Eine weitere halbe Stunde verstrich. Dann wagten sich zwei ganz Mutige bis auf Reichweite an die Gewehre heran. Den Abzug betätigten sie aber auch nicht – wohl aber wenig später unverrichteter Dinge wieder von dannen.

Schüsse, immerhin elementarer Bestandteil eines jeden Vogelschießens, blieben weiterhin Fehlanzeige. Der Himmel über Eisborn zog sich immer weiter zu. Hatte zu Beginn um kurz nach zehn noch die Sonne gelacht, fielen um kurz nach zwölf die ersten Tropfen. Der Schießlaune der Eisborner Schützenbrüder tat das keinen Abbruch. Die war schon vorher im Keller.

„Ja, so langsam machen wir uns schon Sorgen“, musste nach mehr als eineinhalb schussfreien Stunden auch Brudermeister Andreas Danne zugeben. „Wir suchen intensiv nach Bewerbern, aber zur Not müssen wir vom Vorstand ein bisschen mitschießen. Der Vogel muss ja runter.“

Um 12.36 Uhr endlich ein Silberstreif am Horizont. Es ging weiter – und dann ganz schnell. Brudermeister Danne und einige Vorstandskollegen nahmen Maß. Nach wenigen Treffern drehte sich der Vogel um seine Aufhängung, und nach dem 68. Schuss fiel er ganz.

Andreas Danne war der Glückliche am Abzug. Sein Gesicht ließ überschäumenden Jubel jedoch vermissen. „Für ein Jahr machen wir das Beste draus“, versprach Oberst Gisbert Sprenger junior. Und auf die Frage eines Kollegen, ob sie schnell seine Frau zur Vogelstange holen sollen, meinte der Eisborner Schützenkönig: „Ja, bevor sie wegläuft.“

Je länger die Reihe der Gratulanten wurde, desto mehr hellte sich die Mine des neuen Königs auf. „Wir freuen uns darauf“, sagte Andreas Danne mit einem Lächeln. „Und wir werden gut feiern.“

Marcus Bottin



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