Besucher in L.A. grooven zu karibischen Klängen

Langenholthausen..  Karibik-Feeling in Langenholthausen – dafür brauchte man nicht viel Vorstellungsvermögen. Das Wetter mutete ohnehin karibisch an, und als dann auch noch fette Beats aus der SoKoLa.de rollten, kamen selbst deutsche Tanzbären in Wallung. Wer am Freitag um 19 Uhr kam, musste sich aber noch ein wenig die Zeit vertreiben. „Soon come heißt das wohl auf Barbados“, scherzten einige Besucher, denn der Star des Abends, das Arnsberger Reggae-Urgestein Andrew Murphy, ließ sich beim einstündigen Soundcheck nicht aus der Ruhe bringen.

Mitreißende Gelassenheit

Aber böse war ihm und seinen Musikern von „Babylon Exit“ keiner, denn Andrew Murphy – mit seinen fast bis zum Boden reichenden Rastazöpfen – zeichnet sich durch gewinnenden Charme und eine mitreißende Gelassenheit aus. Und als er um 20 Uhr ruft: „Was soll’s, wir fangen einfach an“, ist kein einziger aus der kleinen Gemeinde von Musikfreunden in L.A. vorzeitig gegangen.

Er feiert „96 degrees in the shade“ und fleht „Johnny be good tonight“, seine Background-Sängerinnen sind ebenso hübsch wie mitreißend, und L.A. groovt mit. Ein wenig graues Haar hat sich oben in sein Markenzeichen, die fast bodenlangen Rastas, gemischt, aber den Sound seiner Heimat hat er immer noch im Herzen, seit er 1978 von Barbados nach Deutschland zog. „Der Liebe wegen“, verrät Hans Cramer, der den Reggae-Musiker zum Konzert nach Langenholthausen holte. „Er ist die Stimme des großen Summerjam-Festivals bei Köln, und wir sind froh, dass wir ihn für einen Abend nach L.A. holen konnten“, sagt Cramer.

Beim „Summerjam“ spielt er vor bis zu 50 000 Musikfans, hier in L.A. sind es vielleicht 50. Doch wie viele ihm zuhören, scheint Andrew Murphy egal zu sein. Er und „Babylon Exit“ haben Spaß beim Musizieren, und genau das ist es, was beim Publikum ankommt. Selbst aus Recklinghausen sind Fans angereist. „Wir sind Musiker, und von Andrew und seiner Band kann man sich noch einiges abgucken“, verraten sie.