Bessere Beratung für Grundbesitzer

Diplom-Bauingenieur Hans-Georg Rau.
Diplom-Bauingenieur Hans-Georg Rau.
Foto: friske
Was wir bereits wissen
„Wir wollen unseren Mitgliedern noch mehr helfen und sie noch mehr unterstützen.“

Balve..  Unter diese Überschrift stellte der Vorsitzende von Haus & Grund Balve, Gerhard Schrage, ein neues Angebot des Vereins, das bei der Jahreshauptversammlung im Haus Felsenruh vorgestellt wurde. Der Diplom-Bauingenieur Hans-Georg Rau will seine fachlichen Kenntnisse aus jahrelanger Berufserfahrung und Studium von nun an einbringen, um den Mitgliedern den Weg in wichtigen Baufragen aufzuzeigen. Dabei kann es um einen Anbau gehen, die Errichtung eines Carports oder die Fassadenerneuerung. „Es geht um Beratung. Bauanträge stelle ich allerdings nicht“, stellte Hans-Georg Rau klar.

Schimmel in den Wohnräumen ist dabei oftmals ein Problem zwischen Mietern und Vermietern. Handelt es sich um einen baulichen Mangel, den der Vermieter angehen muss, oder um falsches Lüftungsverhalten seitens der Mieter? Eine Hilfe ist dabei der Baufeuchte-Indikator, den der Verein nun zur kostenfreien Nutzung für seine Mitglieder angeschafft hat.

Mit seiner Hilfe kann Feuchtigkeit in und am Bau bis zu einer Tiefe von vier Zentimetern festgestellt werden. Umfassende Klarheit über die Konsequenzen aus den Ergebnissen liefert der während der Versammlung vorgestellte Band „Schimmelpilz und Mietrecht“, verfasst von Professor Jürgen Ulrich und Rechtsanwalt Tim Treude. Eben jener war in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer von Haus & Grund Westfalen auch Referent des Abends und berichtete über Mietnebenkosten.

Klarheit darüber, was auf den Mieter umgelegt werden kann und darf, liefert dabei schon der Mietvertrag. „Heizkosten sollten immer nach Verbrauch abgerechnet werden“, stellte Tim Treude klar. Bei anderen Kosten, wie zum Beispiel Müllgebühren, kann der Vermieter überlegen, wie er am fairsten abrechnet – wobei eine Pro-Kopf-Formel oft Schwierigkeiten mit sich bringt, wie der Rechtsanwalt aus Erfahrung berichtete. „Was machen Sie, wenn sich die Personenzahl im Haushalt ändert? Nicht immer lässt sich einfach feststellen, wie viele Menschen Ihre Wohnung tatsächlich bewohnen.“ Er kann sich an einen Fall erinnern, in dem faktisch vier Leute eine Wohnung nutzten, der Vermieter dies aber letztlich nicht beweisen konnte.

Komplexe Einzelfälle

Entstehen zusätzliche Kosten, ist zu unterscheiden, ob der Vermieter mit der Maßnahme einer Gesetzespflicht nachkommt, oder ob er eine Modernisierung aus eigenen Stücken anstrebt. Nur im ersten Fall können die Kosten über die Nebenkosten auf den Mieter umgelegt werden. Beispiele dafür wären die Reinigung eines Öltanks, die periodisch fällig wird, oder die Eichkosten bei Wasser- oder Wärmezählern. Aber Vorsicht vor Verallgemeinerungen: Der Batteriewechsel bei Rauchmeldern zum Beispiel ist Aufgabe des Mieters selbst.

Rechtsanwalt Tim Treude beantwortete Fragen auch zu komplexen Einzelfällen und stand nach Vortragsende für Nachfragen zur Verfügung.