Berührender Schrei nach Frieden mit den Mitteln der bildenden Kunst

Neuenrade..  Auf Era Freidzons Bildern aus dem Zyklus Lullaby liegt zweifelsohne ein Schleier der Schwermütigkeit. Bilder, die Interesse wecken, die zum Nachdenken anregen. Man will wissen, was die Künstlerin in diesem Zyklus verarbeitet hat.

Am Sonntagvormittag fand im Rahmen einer Vernissage die offizielle Eröffnung der Ausstellung der Dortmunder Künstlerin Era Freidzon in der Neuenrader Stadtgalerie statt. Und Ex-Bürgermeister Klaus Peter Sasse, der die Malerin und Illustratorin mit moldawischen Wurzeln vor einer Woche in ihrem Atelier kennenlernen durfte, beleuchtete in seiner Rede die Hintergründe.

Sasse gab zu, dass ihn die Werke berührt hätten. Er könne einen Schrei in dem Zyklus erkennen, meinte er. Ein Aufruf an die Mächtigen dieser Welt: „Macht Frieden! Schafft ein Leben ohne Krieg!“ Das Leid ist den Menschen auf den großformatigen Motiven in ihre Gesichter geschrieben – oder an der Körpersprache ablesbar. Die Bilder sind in einem Kontext zu sehen, der von Schuld, Strafe und Leid geprägt ist – und wahrscheinlich auch mit der Verarbeitung eines schweren Themas zu tun hat.

Era Freidzon ist ein fröhlicher Mensch mit einem ansteckenden Lachen und einer unglaublich offenen Art. Doch hinter ihren strahlenden Augen verbirgt sich ein zweites Gesicht. Und die Geschichte die damit zusammenhängt, bekam Klaus Peter Sasse während des Kennenlern-Treffens in Dortmund zu hören.

Kunst ist eine Art sich auszudrücken. „Ich war eine Rebellin. Und bin es noch heute“, gab Sasse die Worte der Künstlerin wieder und machte während seiner Ansprache klar, wie viele Eindrücke in den Bildern stecken. Vielleicht sind die technisch wie thematisch stark umgesetzten Ideen deshalb so ausdrucksstark.

Geschenk für die Stadt

Sie bringe ein Geschenk mit nach Neuenrade, versprach Era Freidzon dem Kultur-Liebhaber Klaus Peter Sasse. Es sei weniger ein Geschenk an ihn, sie bringe ein Geschenk mit, dass man ihr gemacht hätte, erklärte die Dortmunderin. Es war ein Tanz, den Irina und Lilly Goubernik in der Stadtgalerie vorführten und dessen Choreografie auf die Bilder des Zyklus maßgeschneidert wurde. Freidzon erläuterte dem interessierten Publikum, dass sie nur darauf gewartet habe, Tanz und Bilder endlich zusammenbringen zu