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Bertsch: „Der Blick in die Augen war schlimm“

12.02.2012 | 12:33 Uhr
Bertsch: „Der Blick in die Augen war schlimm“
Wie geht ers mit den Mitarbeitern des St.-Marien-Hospitals nach dem Aus weiter? Diese Frage soll so schnell wie möglich geklärt werden. Foto: Richard Elmerhaus

Balve.„Der Blick in die Augen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war schlimm. Denn ich bin kein Insolvenzverwalter. Hier und heute geht es darum, Menschen aus zu verabschieden, weil das Balver Krankenhaus am Freitagabend von der Gesellschafterversammlung geschlossen worden ist“, sagte der sichtlich betroffene Vorsitzende der Mitarbeitervertretung (MAV), Heinz Bertsch, nachdem Verwaltungsrat, CURA und Geschäftsführung der Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis die etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das Aus des St.-Marien-Hospitals informiert hatten.

Den Mitarbeitern jetzt zu kündigen, sei sehr schwer. „Hinter jeder Freistellung steht ein persönliches Schicksal. Es sind durch die Kündigungen auch Familien betroffen, und zwar aus allen drei Krankenhäuser“, sagt Heinz Bertsch.

Nach seiner Einschätzung hätten nicht alle Mitarbeiter aus Iserlohn und Menden erkannt, dass auch sie die Kündigung erhalten können. „Und gerade diese Situation ist ganz schlimm, weil sich die betroffenen Kolleginnen und Kollegen von der Entwicklung in der Hospitalvereinigung überrollt fühlen“, sieht der MAV-Vorsitzende aus Balve sehr viel Gesprächsbedarf in den nächsten Wochen.

Sozialplan erstellen

Wer letztlich seinen Arbeitsplatz verlieren wird, weil die Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis das Balver Krankenhaus geschlossen hat, um die beiden anderen vor dem Gang zum Insolvenzverwalter zu bewahren, dazu konnte weder der Verwaltungsrats-Vorsitzende Klaus Christophery noch Geschäftsführer Thomas Wülle während der Pressekonferenz am Samstagmorgen in der Cafeteria des St.-Marien-Hospitals Angaben machen. Fest steht allerdings, dass 110 Arbeitsplätze wegfallen.

Wunsch der Hospitalvereinigung im Hinblick auf ihre soziale Verantwortung ist es, gemeinsam mit der MAV für die Beschäftigten der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis eine Perspektive und Absicherung zu gewährleisten. Nach Fertigstellung des Sozialplans steht nach Auskunft von Geschäftsführer Thomas Wülle fest, welche Mitarbeiter von einer betriebsbedingten Kündigung betroffen sind.

Voller Einsatz garantiert

Die Geschäftsführung der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis will den Sozialplan zügig erstellen, weil derzeit ein hohes Maß an Unruhe unter den Mitarbeitern herrsche. „Uns ist daran gelegen, das Verfahren in den nächsten Wochen beenden zu können“, sagt Thomas Wülle.

Der MAV-Vorsitzende Heinz Bertsch wird sich schon heute mit seinen Kollegen und Kolleginnen aus Menden und Iserlohn an einen Tisch setzen, um die Gespräche mit der Geschäftsführung vorzubereiten. „Wir werden uns juristischen Beistand aus Paderborn holen, wenn wir mit der Hospitalvereinigung über den Sozialplan reden. Denn wir wollen angesichts der geplanten Kündigungen keinen Fehler machen“, sagt Heinz Bertsch.

Wie lange es dauert, einen Sozialplan zu erstellen? Auf diese Frage hat der MAV-Vorsitzende eine Antwort parat. „Im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht wissen, ob sie ihren Arbeitsplatz behalten, sollten sich die Geschäftsführung und die MAV in den nächsten sechs bis acht Wochen auf eine Lösung einigen“, sagt Heinz Bertsch.

Für ihn tritt mit der Schließung des St.-Marien-Hospitals Balve das Tagesgeschäft in den Hintergrund. „Jetzt müssen sich die Mitarbeitervertreter um ihre Leute kümmern, und zwar mit aller Kraft. Darauf haben die von der Kündigung bedrohten Kolleginnen und Kollegen einen Anspruch, schließlich geht es um Einzelschicksale“, betont Bertsch im Gespräch mit dieser Zeitung.

Richard Elmerhaus

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Kommentare
16.02.2012
14:25
Bertsch: „Der Blick in die Augen war schlimm“
von HARO | #1

Ja toll, bald haben wir in Balve kein Krankenhaus mehr. Menden wackelt auch schon.

Aber in Iserlohn sind 2 Krankenhäuser.

Tolle Planung .

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