„Bericht des Pfarrers über Krankenhaus war dürftig“
03.01.2012 | 16:25 Uhr 2012-01-03T16:25:00+0100
Balve.Ob das St.-Marien-Hospital Balve überlebt? Auf diese Frage konnte der Vorsitzende des Kirchenvorstandes der St. Blasius Gemeinde Balve, Pfarrer Andreas Schulte, während des Neujahrsempfangs keine Antwort geben.
Stattdessen versprach er: „Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um konstruktiv daran zu arbeiten, dass die Krise abgewendet werden kann, weil wir das Krankenhaus Balve erhalten möchten. Es wird aber nur dann weiter geführt werden können, wenn es sich rechnet.“
Diese Aussage verärgerte den Stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Balve, Heinrich Stüeken: „Die menschlichen Bedürfnisse zählen allem Anschein nach nicht, sondern nur das Geld, wenn es um das Balver Krankenhaus geht. Das empfinde ich bei einem Katholischen Krankenhaus als sehr seltsam. Zudem war der Bericht des Pfarrers über die Situation des St.-Marien-Hospitals sehr dürftig.“
Der Stellvertretende Bürgermeister hatte ebenso wie viele andere Besucher des Neujahrsempfangs der beiden Balver Kirchengemeinden und des Kolpingforums darauf gehofft, dass der Pfarrer in seiner umfangreichen Ansprache auf die Rolle des Kirchenvorstandes eingeht, weil 15 Krankenhaus-Mitarbeiter vor Weihnachten ihren Arbeitsplatz verloren haben.
Die Bürger hätten nur allzu gern von Pfarrer Schulte gewusst, wie sich die Kirchengemeinde zur Schließung der Cafeteria und der Küche und damit zum Schicksal der arbeitslosen Mitarbeiter stellt. Denn die Krankenhaus-Küche befindet sich laut Aufsichtsbehörde in einem tadellosen Zustand. Dass zigtausend Euro zur Sanierung der Küche erforderlich seien, wie von Thomas Wülle, Geschäftsführer der Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis, behauptet, ist nach Meinung ehemaliger Mitarbeiter eine Mär.
Die Küche des St.-Marien-Hospitals, in der an jedem Wochentag etwa 300 Essen zubereitet wurden, galt über Balve hinaus als Vorzeigeobjekt, hieß es am Montagabend im Pfarrheim der Katholischen Kirchengemeinde Balve.
Dies muss auch Geschäftsführer Thomas Wülle so gesehen haben, denn noch drei Tage bevor die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Firma Medirest Anfang Dezember gekündigt wurden, sollten sie ihre neue Berufskleidung anpassen, weil sie in den Dienst der Katholischen Hospitalvereinigung wechseln sollten. Dass sie statt der neuen Berufskleidung die Kündigung erhielten, und nicht nur sie, sondern auch die Mitarbeiter der Cafeteria, war auch beim Neujahrsempfang das Thema.
„Die Schließung der Küche kann sich doch nicht rechnen, denn jetzt müssen Tag für Tag Frühstück, Mittagessen und Abendessen mit dem Auto von Iserlohn zum Balver Krankenhaus transportiert werden“, meint Wolfram Schmitz, Chef-Organisator der Demonstration am 12. Dezember. Das gleiche gilt für die Senioren-Wohnanlage St. Johannes. Sie bekommt ihre Mahlzeiten jedoch nicht aus Iserlohn, sondern aus Menden.
„Abgesehen davon, dass es nicht gerade umweltfreundlich ist, zigmal am Tag mit einem Kleintransporter hin und her zu fahren, kann mir keiner erzählen, dass die Katholische Hospitalvereinigung im Märkischen Kreis durch diese Lösung Gewinne macht. Denn die Kleintransporter müssen ebenso bezahlt werden wie die Mitarbeiter des Hauses, die nun stundenlang unterwegs sind, um das Essen zu transportieren“, sagt Wolfram Schmitz von der Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve. Sie bekundete im Pfarrheim auch durch ihren 1. Vorsitzenden Engelbert von Croy sehr starkes Interesse, gemeinsam mit den Bürgern und Verantwortlichen der Hospitalvereinigung den Erhalt des St.-Marien-Hospitals Balve zu sichern.
11:03
Sehr enttäuschend der Auftritt von Pfr. Schulte in der Angelegenheit St. Marien Hospital Balve! Schon bei der Bereitstellung der Kirche für das Diskussionsforum nach der Demonstration, hat Schulte kein Rückgrat bewiesen. Im weiteren Verlauf bestätigt er diesen Eindruck durch ein totales Abtauchen in Sachen Krankenhaus.
Ich hoffe Pfr. Schulte ist sich darüber im Klaren, dass dies ein enormer Imageschaden für ihn ist.