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Hönnetal

Berg-Experten müssen im Hönnetal extrem vorsichtig sein

24.01.2012 | 21:30 Uhr
Berg-Experten müssen im Hönnetal extrem vorsichtig sein
Hoch oben im Fels müssen die Männer an der fast senkrechten Wand sehr vorsichtig sein. Mit schwerem Gerät bohren sie tiefe Löcher für Anker und Befestigungen der Fangzäune.

Klusenstein.  Viele haben sich mit den Umwegen arrangiert, doch die Sehnsucht nach freier Fahrt durch das Hönnetal wächst. Der milde Winter sorgt dafür, dass der Verkehr auf den Umleitungsstrecken recht reibungslos läuft. Zudem spielt er der Firma Feldhaus in die Karten, die die Sicherungsarbeiten voraussichtlich Ende Februar abschließen kann.

Die Mittagspause ist vorüber, die Männer packen sich warm ein, einige legen ihre Klettergeschirre an, setzen Helme auf. Es geht zurück in den Berg. Jeden Tag schuften sie von 7 bis 17.30 Uhr. „Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, so lange die Lichtverhältnisse derzeit ein sicheres Arbeiten zulassen“, sagt Vorarbeiter Christian Schimpf, der mit seinen sieben Männern aus Thüringen seit Anfang Dezember Bohrungen setzt, Stützen aufstellt und Zäune anbringt. „Wir sind in einem Ferienhaus in Menden untergebracht, am Wochenende geht es nach Hause“, sagt der Chef der Truppe, die in ganz Europa für solche Einsätze, aber auch im Tunnelbau, unterwegs ist.

500.000 Euro Kosten für Straßen.NRW

Nach dem grau in grau der vergangenen Tage, lässt sich am Dienstag zwischendurch immer mal wieder die Sonne blicken. „Eine Wohltat, nachdem wir wochenlang bis auf die Unterwäsche nass waren“, sagt Schimpf, der hofft, dass das Wetter jetzt beständig bleibt, damit die Maßnahme, die den Landesbetrieb Straßen.NRW etwa 500.000 Euro kosten wird, zügig voranschreitet.

Auch wenn die Baustelle für die Männer Tagesgeschäft ist, müssen sie extreme Vorsicht walten lassen. Immer mal wieder lösen sich Steine und stürzen ins Tal. Zudem müssen sich die Experten auf dem mancherorts glitschigen Fels sehr behutsam bewegen. Einmal mussten sie die Arbeiten abbrechen. „Ende vergangener Woche, als Starkregen mit Graupel und Schnee wechselte, war es zu gefährlich. Danach kam der Frost, was nach Regenfällen ein zusätzliches Risiko birgt“, sagt Schimpf.

Viele Bäume fehlen

Beim Blick über die Baustelle fällt auf, dass viele Bäume fehlen, der Fels kahl ist. Straßen.NRW hatte versprochen, dass der viele Stahl im Gelände kaum auffallen wird. „Das wird aber noch ein paar Jahre dauern. Erstmal werden die Sicherungen recht pompös auf dem Felsen thronen. Wenn die Pflanzen nachgewachsen sind, sollten sie aber tatsächlich kaum noch ins Auge fallen“, sagt der Vorarbeiter, der sich oft mit unangemeldetem Besuch herumschlagen muss.

Tagsüber seien es Roller- und Fahrradfahrer, die die Absperrung beiseite räumen und durch die Baustelle abkürzen. „Wird es dunkel, kommen auch mehr und mehr Pkw.“ Doch das ärgert Christian Schimpf nicht so sehr, wie die Diebe, die vergangene Woche an der Baustelle waren und aus einem Dieseltank den kompletten Treibstoff abgezapft haben. Die Polizei fährt daher nun verstärkt Streife. Läuft alles glatt, aber nur noch bis Ende Februar.

Stefan Scherer

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2012-01-24 21:30
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