Beckumer finden alte Mörsergranate in Maisfeld

Experten haben die Granate gesichert und abtransportiert.
Experten haben die Granate gesichert und abtransportiert.
Foto: WP
Ungewöhnlicher Einsatz für Feuerwehr und Polizei in Beckum: Auf einem Maisfeld ist eine Granate entdeckt worden. Ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg.

Beckum.. Der Anruf erreicht Stadtbrandinspektor Frank Busche am Donnerstag um 15.45 Uhr auf seinem privaten Telefon. Am anderen Ende der Leitung spricht ein Anwohner des Dompeweges in Beckum. Er berichtet von einer starken, weißen Rauchentwicklung im angrenzenden Maisfeld. Mehrere Beckumer haben Wasser auf jenen Gegenstand geschüttet, der im ersten Moment wie eine Glasscherbe ausgesehen haben muss. „Aber nun glauben wir, es ist eine Granate“, sagt der Mann. Frank Busche muss einmal tief durchatmen.

„Bleibt weg“, sagt der Feuerwehr-Chef am Telefon und informiert umgehend die Kreisleitstelle in Lüdenscheid, das Ordnungsamt der Stadt Balve und die Polizei über den ungewöhnlichen Fund, der etwa zehn Meter von der Straße entfernt liegt. Als Busche kurze Zeit später selbst am Dompeweg eintrifft, liegt der Rest der amerikanischen Mörsergranate in einem mit Wasser gefüllten Eimer. Die Anwohner erzählen, dass sie die Granate mit einer Schaufel dorthin transportiert haben.

In Absprache mit der Kreisleitstelle und der Polizei wird der vermeintliche Gefahrenbereich direkt abgesperrt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe ist bereits informiert. Feuerwehr-Chef Frank Busche schickt erste Bilder der Mörsergranate nach Hagen. Von einer Alarmierung weiterer Einsatzkräfte wird auf Anraten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes abgesehen. Der Grund: Schaulustige sollen von der Einsatzstelle ferngehalten werden. Schnell ist klar: Eine Evakuierung der angrenzenden Häuser ist in diesem Fall nicht erforderlich.

Experten wissen sofort Bescheid

Wehrleiter Frank Busche sichert bis zum Eintreffen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes die Fundstelle ab. Gegen 18.15 Uhr treffen die Experten aus Hagen ein. „Wie aus der Pistole geschossen wussten sie, dass es sich bei dem Fund um die Reste einer 81 Millimeter kleinen, amerikanischen Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg handelt“, berichtet der Stadtbrandinspektor.

Die Reste der Mörsergranate werden schließlich vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gesichert und abtransportiert, die Erde der Fundstelle umgelagert und das kontaminierte Wasser, in dem die Reste der Granate von den Anliegern befördert worden sind, vom Bereitschaftsdienst des städtischen Bauhofes der fachgerechten Entsorgung zugeführt. Gegen 19 Uhr ist der außergewöhnliche Einsatz beendet – zum Glück ohne Personenschaden. „Es hätte auch anders ausgehen können“, sagt Frank Busche, der die Anwohner darauf hinweist, dass größte Vorsicht geboten ist. „Bei solchen Funden immer direkt die Feuerwehr und die Polizei informieren.“