Beckum bekommt komplett neue Trinkwasser-Leitung
10.08.2011 | 17:10 Uhr 2011-08-10T17:10:18+0200
Balve.Seit mehr als 80 Jahren bekommt Beckum sein Trinkwasser durch eine Gussrohrleitung aus dem Hönnetal. Gestern haben die Stadtwerke Balve damit begonnen, das alte „Schätzchen“ gegen neue Kunststoffrohre auszutauschen. Ziel ist, eine größere Versorgungssicherheit der Bürger zu gewährleisten.
Die Zuverlässigkeit lässt bei alten Rohren irgendwann deutlich nach. Anfang dieses Jahres gab es nach einem schweren Rohrbruch acht Stunden lang kein Wasser in Beckum. Thomas Hinz, Sachbearbeiter Wasserversorgung bei den Stadtwerken Balve erklärt: „Das Material wird mit den Jahren spröde. Und diese Leitung ist die Hauptversorgungsleitung für den Ortsteil Beckum ist. Wenn da ein Rohr bricht, steht Beckum ohne Wasser da.“
Zunächst werden 160 Meter Rohrleitung von der Pumpenstation in der „Helle“ Richtung Beckum ausgetauscht. Dafür veranschlagt die ausführende Firma Rapp aus Balve vier bis fünf Wochen. Wie lange es tatsächlich dauern wird, ist allerdings schwer vorherzusagen, da felsiger Untergrund die Arbeiten stark verzögern könnte.
Zwei weitere Bauabschnitte sind geplant, um die komplette Leitung nach Beckum zu erneuern. Kopfzerbrechen bereitet den Verantwortlichen besonders der zweite Bauabschnitt, der vom Ende der Wohnbebauung einen Wirtschaftsweg entlang führen wird. „Da rechnen wir mit viel Felsenanteil. Und der macht solche Baumaßnahmen teuer“, weiß Thomas Hinz. Teil drei der Austauschaktion führt anschließend über freies Feld nach Beckum und sollte deutlich leichter zu bewerkstelligen sein.
Konkrete Termine für diese Arbeiten können die Stadtwerke noch nicht nennen. „Das hängt davon ab, wie der Etat aufgestellt werden kann“, sagt Thomas Hinz. „Allerdings gehen wir davon aus, dass wir in den nächsten Jahren die Strecke komplett durchgebaut bekommen.“
Die neuen Wasserrohre im schicken Kornblumenblau haben einen Durchmesser von 15 Zentimetern und bestehen aus dem robusten Kunststoff Polyethylen (PE). Vorteile in Sachen Qualität, Hygiene oder Geschmack des Wassers bringen die Kunststoffrohre im Vergleich zu den alten Gussrohren nicht mit sich. Wohl aber ein gutes Gefühl bei den Verantwortlichen der Stadtwerke. Denn Rohrbrüche wie Anfang des Jahres dürften demnächst für lange Zeit der Vergangenheit angehören. Die geschätzte Lebenserwartung der neuen blauen Versorgungsleitung liegt bei 100 Jahren.
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