Bauverzögerung auf der Kreisstraße 12 bedroht Existenzen

Katja Becker, Inhaberin des Restaurants „Ikarus“ am Flugplatz, hofft auf baldige Fertigstellung der K 12.
Katja Becker, Inhaberin des Restaurants „Ikarus“ am Flugplatz, hofft auf baldige Fertigstellung der K 12.
Foto: WP

Garbeck..  Die Bauverzögerung auf der Kreisstraße 12 / 14 in Richtung Neuenrade verärgert die Pendler aus Garbeck und Höveringhausen und gefährdet die Existenz heimischer Gastronomiebetriebe. Besonders schwer betroffen ist das Restaurant Ikarus am Flugplatz. „Wir verzeichnen Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent“, berichtet Inhaberin Katja Becker, stellt aber im Gespräch mit unserer Zeitung klar, dass das Restaurant nicht schließen wird. „Es geht weiter.“

Ostergeschäft verhagelt

Das würde sich Katja Becker auch für die Arbeiten Richtung Neuenrade wünschen. Eigentlich sollte der Ausbau bereits Ende des Jahres 2014 abgeschlossen sein. Weil sich aber nach Aussage von Straßen.NRW statt der errechneten 10 000 Tonnen letztlich 20 000 Tonnen kontaminiertes Material unter der alten Straße befunden haben und abgetragen werden mussten, sei der Zeitplan nicht einzuhalten gewesen. „Eile scheint es auch jetzt nicht zu geben“, sagt Katja Becker frustriert. „Sporadisch wird gearbeitet, mehr passiert nicht.“

Also fürchtet die Inhaberin des Restaurants Ikarus auch ein verhageltes Ostergeschäft. Denn neue Informationen vom Bauherrn oder Straßen.NRW bezüglich der Fertigstellung der K 12 gibt es nicht. „Hätten wir vorher von den Verzögerungen gewusst, hätten wir zum Beispiel eineinhalb Jahre den Betrieb ruhen lassen können, oder etwas Neues angefangen“, sagt Katja Becker. „So sind die Reserven aufgebraucht.“ Die Stammgäste bleiben dem „Ikarus“ und seiner mediterranen Küche treu. Inhaberin Katja Becker berichtet aber von älteren Menschen, die abends den rund zehn Kilometer langen Umweg über Langenholthausen nicht mehr fahren möchten. „Dafür habe ich Verständnis.“

Beschilderung in der Kritik

In der Kritik steht auch die Beschilderung. Denn in Balve sei keine Informationstafel angebracht, die auf anliegerfreie Durchfahrt bis zum Restaurant Ikarus und dem Flugplatz hinweist. „Wir dürfen das natürlich nicht“, sagt Katja Becker, „und mehrere Anfragen beim Bauherrn verliefen leider im Sande.“

Existenzbedrohend ist die Situation auch beim Imbiss „Captain Curry“ in Garbeck. „Fast 30 Prozent weniger Kunden seit Baubeginn“, teilt Inhaber Olaf Jordan mit, denn viele seiner Gäste kommen aus dem Industriegebiet Küntrop. Der aktuelle Umweg sei oft zu weit, zumal die Ampelanlage in L.A. zumindest im Feierabendverkehr für Rückstaus sorge. Die Folge: Der Chef macht Überstunden und kann weniger 400-Euro-Kräfte beschäftigen. „Wenn aus acht Monaten Bauzeit 13 und mehr werden, ist das dramatisch. Man hat leider das Gefühl, dass den Verantwortlichen die Kleinunternehmer egal sind“, sagt Olaf Jordan. Sein Wunsch wird wohl nicht in Erfüllung gehen: „Ab morgen 15 Grad Celsius und trockenes Wetter, damit die leidige Sperrung endlich aufgehoben wird.“