Balver wird mit Stammzellenspende zum Lebensretter

Forstarbeit ist sein Ding: Marcus Krahl verbringt viel Zeit im Wald. Am 1. April hat der groß und kräftig gewachsene Balver Stammzellen gespendet, die ein Menschenleben retten können.
Forstarbeit ist sein Ding: Marcus Krahl verbringt viel Zeit im Wald. Am 1. April hat der groß und kräftig gewachsene Balver Stammzellen gespendet, die ein Menschenleben retten können.
Foto: WP

Balve.. Der Brief erreicht Marcus Krahl im November 2014. Absender: Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) mit Sitz in Tübingen. Inhalt: Die Bitte um eine Stammzellenspende für einen schwer kranken Menschen. Marcus Krahl ist im ersten Moment „baff“, denn gerechnet hat er mit diesem Schreiben nicht. Er kann ein Menschenleben retten. „Klar mache ich das“, sagt Krahl und meldet sich direkt zur Voruntersuchung an.

Gesundheits-Check

Die wird im Zentrum für Zellgewinnung – bei Cellex in Köln – durchgeführt. „Ein Gesundheits-Check, um sicher zu stellen, dass alles in Ordnung ist“, berichtet Marcus Krahl. Vor Ort teilen ihm die Ärzte mit, dass einer Stammzellenspende nichts im Wege steht. Krahl kann immer noch „Nein“ sagen, wenn er den nächsten Schritt nicht wagen möchte. „Aber das kam für mich nicht in Frage. Ich habe mich typisieren lassen, um Menschen zu helfen und im Ernstfall Leben zu retten“, sagt der Balver.

Über den Patienten erfährt Marcus Krahl wenig. Ein Mann, 50 Jahre alt und aus England – das weiß er, aber keinen Namen und keine Informationen über die Krankheit. „Ich möchte ihn aber gerne kennen lernen“, sagt der 30-Jährige. „Ich möchte wissen, wer mein Blutsbruder ist.“ In vier Monaten wird die Deutsche Knochenmarkspenderdatei Marcus Krahl darüber unterrichten, ob seine Stammzellenspende bei dem Mann angeschlagen hat oder nicht. In zwei Jahren dann könnte es zu einem Treffen kommen, wenn der Patient das möchte. „Das wäre wunderbar“, sagt Krahl.

Kurz vor der Stammzellenspende wird mit Medikamenten die Bildung der Blutstammzellen angeregt. So werden übermäßig viele Blutstammzellen produziert und gelangen in den Blutkreislauf. Das Blut wird dann durch eine Zentrifuge geleitet, wo die Stammzellen leicht entnommen werden können.

Das ist vor wenigen Tagen in der Entnahmeklinik in Köln geschehen. „Völlig beschwerdefrei. Man kann einfach Leben retten“, sagt Marcus Krahl, der vor rund zehn Jahren bei einem Blutspendetermin in Beckum typisiert worden ist. Niemand brauche Angst zu haben, der sich am Montag, 13. April, in Balve für eine Typisierung entscheide.

Blutspende im Jugendheim

Dann ruft das DRK Balve von 16 bis 20.30 Uhr (Katholisches Jugendheim) zur Blutspende und gleichzeitig auch zur Stammzelltypisierung auf. Gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung hofft das DRK, durch Blut- und Stammzellspenden das Leben von Krebspatienten retten zu können. Marcus Krahl hat die ersten Schritte zum Lebensretter gemacht. „Jetzt wünsche ich mir, dass die Stammzellenspende bei meinem Blutsbruder anschlägt.“