Balver Schützen erfüllen leukämiekrankem Robin einen Herzenswunsch
12.06.2009 | 19:47 Uhr 2009-06-12T19:47:00+0200Balve/Plettenberg. Arme und Beine wirbeln durch die Luft. Robin (13) schießt mit dem Gummireifen aus der Wasserrutsche im Aqua Magis in Plettenberg.
Ihm dicht auf den Fersen: Prinz Engelbert von Croy, der genauso viel Spaß im Bad hat wie der Junge, dem der Brudermeister mit der Schützenbruderschaft St. Sebastian Balve dieses Erlebnis ermöglicht hat.
Vor einigen Monaten war für Robin Mackert, der mit Vater Stefan, Mutter Isolde und seinem 10-jährigen Bruder Aaron in Walldürn, in der Nähe von Heidelberg, wohnt, an so etwas noch nicht zu denken. Denn Robin kämpfte gegen den Krebs. Die Ärzte hatten Leukämie diagnostiziert. Mit großem Willen und ungebremster Lebensfreude kämpfte er trotz der harten Therapie gegen die oft tödliche Krankheit an und wurde von der ARD besucht.
Der Sender strahlte Robins Geschichte am 18. Dezember vergangenen Jahres während der Jose´-Carreras-Gala aus. Engelbert von Croy war begeistert von der Art, wie der Teenager über sein Schicksal berichtete. Und als Aaron vor der Kamera erzählte, dass „Mama uns einen ganzen Tag in ein Spaßbad einlädt, wenn alles so gut verläuft wie bisher”, war es um den Brudermeister geschehen. Er griff zum Telefon und nahm über die ARD-Redaktion Kontakt zu der Familie auf. Im Namen der Schützenbruderschaft lud er die Familie für vier Tage nach Balve ein.
„Wir haben uns unendlich gefreut”, sagt Stefan Mackert. „Aber wir haben auch gezögert, wollten abwarten, wie Robin sich entwickelt.” Das tat er prächtig. Von der schweren Krankheit, die ihn vor Kurzem noch zeichnete, ist nichts mehr zu sehen. Offenherzig, aufgeweckt und voller Energie geht Robin durchs Leben, und da stellte sich für die Mackerts natürlich die Frage nicht mehr, ob sie sich aus dem Badischen ins Sauerland aufmachen.
Als die Familie am Donnerstag an der Höhle eintraf, war das Eis binnen Sekunden gebrochen. Die Schützenbrüder Engelbert von Croy, Wolfram Schmitz, Detlev Siewers und Christoph Rapp empfingen die Mackerts mit offenen Armen. Durch E-Mails und Telefonate waren alle längst beim Du, und von Anfang an wurde viel gelacht und gescherzt. „Wir zeigen Euch in den kommenden Tagen, dass das Klischee vom drögen Sauerländer nicht stimmt”, gaben die Schützen die Marschrichtung vor und ließen das Programm beginnen.
Als erstes ging es zum Balve Optimum, wo die Gruppe prompt Rosalie von Landsberg-Velen traf. Die erfuhr, dass Isolde Mackert selbst Jahre lang begeisterte Hobby-Reiterin war und sprang augenzwinkernd sofort darauf an: „Das wussten wir hier in Wocklum natürlich und haben das ganze Turnier nur für Sie organisiert.”
Gestern stand dann das auf dem Programm, worauf sich die beiden Jungs seit Monaten freuen: Der Besuch im Spaßbad Aqua Magis in Plettenberg. Marketing-Chefin Sabrina Schmidt war von der Aktion der Balver Schützen so angetan, dass sie der Gruppe freien Eintritt gewährte. „Wir finden toll, dass Robin durch seine positive Lebenseinstellung die schwere Krankheit überwunden hat und helfen gerne mit, ihm seinen Herzenswunsch zu erfüllen.” Einmal im Bad, gab es für die beiden Jungs kein Halten mehr. Stundenlang rutschten sie ein ums andere Mal, tobten durch das Wasser und hatten ihre helle Freude. „Das ist hundert Prozent total toll. Im Sauerland könnte ich öfter sein”, sagte Robin und stieg schon wieder die Treppe zur Rutsche hinauf. Die Schützen, die stilecht neben den Badehosen nur den Schützenhut trugen, als sie das Bad betraten, gaben ebenso Vollgas.
Nach dem Tag im Bad aßen Gäste und Gastgeber gestern noch gemeinsam auf Einladung von Wirt Mirco Stanisic im Haus Padberg, bevor es heute noch einmal mit Ehrenkarten zum Balve Optimum geht und die Schützen den Badensern die Höhle und die Luisenhütte zeigen. Heute Abend feiert die Familie beim Biwak der Zweiten Kompanie, bevor sie sich morgen wieder auf den Heimweg macht.
Schon jetzt steht fest, dass der Kontakt der Mackerts nach Balve nicht abreißen soll. „Wir haben das Sauerland richtig lieb gewonnen”, sind sich die Vier einig.
09:45
Danke für diesen bewegenden Bericht. Das Team der Carrerasgala dankt Prinz Engelbert von Croy und der Schützenbruderschaft herzlichst für Ihr Engagement. Neben Spenden zur weiteren Erforschung und Behandlung gegen Leukämie geht ein solch wunderbares Handeln für die Patienten zu Herzen und ist beispielgebend, es gibt viele Möglichkeiten zu helfen, Freude und Hoffnung zu schenken... Danke und alles erdenklich Gute!