Balver Schäfer hat 25 Prozent der Lämmer verloren
18.01.2012 | 18:37 Uhr 2012-01-18T18:37:00+0100
Balve.(R.E./pmk) In zahlreichen Schäfereibetrieben im Märkischen Kreis und weit darüber hinaus ist in den vergangenen Wochen der sogenannte „Schmallenberg-Virus“ aufgetreten. „Das gilt auch für meinen Schäfereibetrieb. Warum soll ich ein Hehl daraus machen? Denn dieser Virus hat sich bundesweit ausgebreitet. Ich habe Verwandte in der Nähe von Aachen, deren Schafe sind auch vom Schmallenberg-Virus befallen worden“, sagt ein Schäfer aus Balve, der unlängst Besuch von Kreisveterinär Dr. Sinn hatte.
Der Tierarzt habe sich in seinem Schäfereibetrieb ein Bild von dieser Krankheit gemacht, weil sie bisher in Deutschland nicht aufgetreten sei, erzählt der Balver, der durch den Virus 25 Prozent seiner Lämmer eingebüßt hat. „Wenn die Schafe in den nächsten Wochen lammen, dann wird der Verlust noch größer sein. Denn bei Mehrgeburten, die ich Ende Januar erwarte, ist die Gefahr sehr groß, dass lediglich ein Lamm ohne Missbildung zur Welt kommt“, sagt der Schäfer.
Bis Mitte Dezember sei bei seiner Herde alles in Ordnung gewesen. Dann sei im Gehirn eines der toten Lämmer im Friedrich-Löffler-Institut das Virus nachgewiesen worden, sagt der Hönnestädter. Er hat versucht, die neugeborenen lebensschwachen Lämmer mit der Flasche aufzuziehen. „Das hat aber keinen Sinn gemacht“, sagt der Schäfer.
Die Missbildungen sind nach Einschätzung des Tierarztes eine Spätfolge der Infektion in einem früheren Stadium der Trächtigkeit im Sommer/Herbst 2011. Der Erreger des „Schmallenberg-Virus“ wird wahrscheinlich über Stechmücken (Gnitzen) übertragen. Bekämpfungs- oder Vorbeugemaßnahmen können nicht empfohlen werden, weil die Übertragungswege des Erregers nicht vollständig bekannt sind. Ein Impfstoff steht auch nicht zur Verfügung.
Die Krankheit ist nicht melde- oder anzeigepflichtig. Tierhalter werden aber dennoch gebeten, das Auftreten der geschilderten Symptome dem Fachdienst zu melden.
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