Balver Krankenhaus: 2800 Menschen protestierten
11.12.2011 | 20:11 Uhr 2011-12-11T20:11:00+0100
Balve.Mit einer so gewaltigen Resonanz hatte Bürgermeister Hubertus Mühling in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet: 2 800 Menschen gingen Sonntag mit Trillerpfeifen und Plakaten in Balve auf die Straße, um für den Erhalt des St.-Marien-Hospitals zu demonstrieren.
Auch die Polizei ist durch den Menschenansturm überrascht worden, hat aber sofort reagiert. „Wir haben noch zwei Kollegen mit Motorrädern nach Balve beordert, um die Demonstration abzusichern“, sagte Josef Pille, der den Einsatz leitete. Der Chef der Wache Menden stellten den Demonstranten aus Balve, Menden, Neuenrade, Werdohl und Sundern ein gutes Zeugnis aus. „Bis auf eine Autofahrerin, die sich über die angebotene Umleitung echauffiert hat, ist alles ruhig geblieben“, bilanzierte Josef Pille, der mit den Protestlern zum St.-Marien-Hospital marschiert war.
Hier forderte der Balver Bürgermeister und Vorsitzende des Fördervereins St.-Marien-Hospital, Hubertus Mühling, die fast 3000 Menschen auf, im Krankheitsfall das breitgefächerte Leistungsspektrum des Balver Krankenhauses zu nutzen.
„Wenn es uns nicht gelingt, im nächsten Jahr die finanzielle Situation unseres Krankenhauses wesentlich zu verbessern, dann kann das Minus zu einer Schließung führen“, ging er auf die dramatische Schieflage des St.-Marien-Hospitals ein, das in diesem Jahr einen Verlust von 1,5 Millionen Euro in der Bilanz aufweist.
Das Aus des Balver Krankenhauses sei nur dann zu verhindern, wenn alle dazu beitragen würden. „Die Geschäftsführung genauso wie der Verwaltungsrat, die einweisenden Ärzte genauso wie die im Krankenhaus praktizierenden Ärzte, die Mitarbeiter der gesamten Hospitalvereinigung genauso wie die Medien und schließlich und am aller wichtigsten – wir alle, die wir hier und heute vor unserem Krankenhaus stehen und für den Erhalt demonstrieren“, ließ Hubertus Mühling die Demonstranten wissen.
„Sie alle haben es in der Hand, bei einer Krankheit, Unfall oder Untersuchung zu sagen, ich möchte – da wo es geht – im Balver Krankenhaus behandelt werden“, fuhr er fort. „Wir müssen uns nicht nur heute bei dieser Demo, sondern immer und ständig solidarisch mit unserem Krankenhaus zeigen“, lautete die Forderung des Fördervereins-Vorsitzenden.
Ein Krankenhaus, das nur im Notfall aufgesucht werde, sei wie der Tante-Emma-Laden im Dorf, in dem man nur das vergessene Pfund Zucker kauft, aber seine täglichen Einkäufe im Supermarkt erledige. „Lassen wir unseren Worten Taten folgen“, lautete der Appell von Hubertus Mühling.
Zuvor war der Bürgermeister auf die Schützenbruderschaften aus Balve, Neuenrade und Sundern eingegangen, die stets Flagge zeigten, wenn es um den Erhalt des St.-Marien-Hospitals gehe. Bereits vor zehn Jahren sei ein Ruck durch die Bevölkerung gegangen, als durch das Professor-Bethkes-Gutachten die Krankenkasse die Schließung des Hauses in Balve beabsichtigt wurde.
Damals wie heute seien es die St.-Sebastian-Schützenbrüder aus Balve, die die Öffentlichkeit mobilisieren. Dafür möchte er sich als Vorsitzender des Fördervereins des Krankenhauses bedanken, sagte Mühling und fügte hinzu: „Aber leider haben sich seitdem die Zeiten geändert. Konnten wir damals noch nach Düsseldorf fahren und gemeinsam politischen Druck ausüben, ist es heute die wirtschaftliche Situation des Hauses, die uns aufrührt“, erklärte der Verwaltungschef der Hönnestadt unter dem Applaus der Demonstranten.
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Der Demonstrationszug war überwältigend und der Rückzug sehr emotional, als die Glocken von St. Blasius läueten. Hoffenlich war es kein Totengeläut.
Zu der Kundgebung vor dem Krankenhaus.
Es ist aufrichtung und auch wichtig, das Bürgermeister Mühling die Balver und die Bewohner der umliegenden Orte aufforderte das Krankenhaus Balve zu favorisieren. Nur so kann es gerettet werden, wenn die Fallzahlen erhöht werden. Stimmt auch so auf den Ersten Blick. Aber erst der anschließende Diskussionsbeitrag von Dr. G. Schmitz bracht an das Tageslicht, dass dies alleine nicht der Fall ist, da ein hoher Prozentsatz auf Grund des Leistungsspektrums in andere Häuser des Verbundes "abgeschoben" werden müssen und diesen Häusern dann als Fallzahlen zugeschlagen werden. Hier hat die Leitung dafür gesorgt, dass alle noch so Anstrengungen doch irgendwann ins Leere laufen müssen. Dazu kommen noch die Politschen Vorgaben, die kleine Krankenhäuser bewusst benachteiligen, um sie zu eliminieren.