„Balve zu verlassen, fällt mir unheimlich schwer“

10. Mai 2014: Zum Zeichen der Verbundenheit tauscht Weihbischof Matthias König mit dem geweihten Diakon Martin Hu­felschulte den Friedensgruß aus. Hufelschulte wird am Samstag um 9 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn von Erzbischof Hans-Josef Becker zum Priester geweiht.
10. Mai 2014: Zum Zeichen der Verbundenheit tauscht Weihbischof Matthias König mit dem geweihten Diakon Martin Hu­felschulte den Friedensgruß aus. Hufelschulte wird am Samstag um 9 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn von Erzbischof Hans-Josef Becker zum Priester geweiht.
Foto: Richard Elmerhaus
Was wir bereits wissen
Sein Handy ist abgeschaltet, E-Mails ruft er nicht ab. Martin Hu­felschulte ist sieben Tage nicht zu erreichen. Er weilt in Beverungen an der Weser zu den Schweigeexerzitien.

Balve..  Der 38-Jährige aus Westönnen hat während seines Diakonatspraktikums im Pastoralverbund Balve-Hönnetal viele Sympathien gewonnen. Die Balver zahlen ihm die Herzlichkeit zurück. Sie begleiten ihn in großer Vielzahl, denn am Pfingstsamstag wird Martin Hufelschulte im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht. Bevor eine Woche lang Stille und Besinnung die Tage von Martin Hufelschulte prägen, hat die WP noch mit ihm gesprochen: Über seine Zeit in der Hönnestadt, über die Priesterweihe, über Tobias Kiene – ab 1. Juli neuer Vikar in Balve – aber auch über Kochen, Sport und Familie.

Schweigeexerzitien klingen ganz und gar nicht nach Stress und Hektik?

Martin Hufelschulte: Richtig. Gerade deshalb freue ich mich so auf diese Tage. Zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen, ist ein hohes Gut. In dieser Ruhe kann ich tiefer einsteigen in die Begegnung mit Gott. Schweigen kann ein großer Gewinn sein. Es ermöglicht tiefere Einblicke in die Natur und in alltägliche Dinge. Für mich eine geschenkte Zeit.

Mit großen Schritten nähert sich die Priesterweihe. Nervös?

Aktuell mal mehr, mal weniger. Die Konzentration und die Einstimmung auf die Priesterweihe werden bestimmt während der Schweigeexerzitien erfolgen. Und damit auch die Vorfreude auf ganz besondere Tage.

Wie ist der Ablauf?

Am Freitagabend, 18 Uhr, wird mein Primiz-Kelch von Erzbischof Hans-Josef Becker geweiht. Die Priesterweihe mit einer gut zweistündigen Weihemesse beginnt am Samstag um 9 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn. Im Anschluss folgt eine Begegnung auf dem Domplatz. Den weiteren Tag werde ich mit meiner Familie und meinen Mitbrüdern verbringen. Nach dem Mittagessen erfahre ich dann, in welcher Kirchengemeinde im Erzbistum Paderborn ich zukünftig seelsorgerisch tätig sein werde.

Der Pastoralverbund Balve-Hönnetal wird es nicht sein.

Schade. Die Menschen sind mir ans Herz gewachsen. Was sie mir an Respekt, Herzlichkeit und Vertrauen geschenkt haben, werde ich nicht vergessen.

Ein Beispiel?

Nach der Diakonenweihe habe ich mir ganz bewusst die Zeit genommen, alle Briefe und Karten in Ruhe zu lesen. Was mir die Menschen in persönlichen Grüßen und netten Worten, in denen sie ihre Gefühle und Freude geschildert haben, gegeben haben, ist kostbarer als jedes materielle Geschenk. Als ich die Wohnung in Affeln aufgelöst habe, musste ich tief schlucken. Balve zu verlassen, fällt mir unheimlich schwer.

Tobias Kiene wird neuer Vikar in Balve. Ihre Gedanken?

Riesige Freude für Tobias, aus zwei Gründen. Im Pastoralverbund gibt es viel seelsorgerischen Bedarf, und deshalb ist es gut und wichtig, dass eine Nachbesetzung erfolgt. Zweitens: Tobias wird aufrichtige, nette Menschen vorfinden. Ich wünsche ihm, dass ihn die Balver so offen und herzlich empfangen, wie ich das erfahren durfte.

Nach Ihrer „Heimprimiz“ am Pfingstsonntag in Westönnen folgt am Pfingstmontag die Nachprimiz-Messe im Wocklumer Reitstadion.

An drei verschiedenen Orten Liturgie und Messe feiern zu dürfen, bedeutet mir unheimlich viel und erfüllt mich mit Glück.

Sie sind ein Spätberufener, haben einen sicheren Arbeitsplatz als Energie-Elektroniker aufgegeben, um sich auf Gottes Weg einzulassen. Wie hat Ihre Familie auf diese Entscheidung reagiert?

Diesen Schritt habe ich mir behutsam überlegt. Ja, meine Familie hat Zeit gebraucht, um sich mit der Entscheidung anzufreunden. Das ist behutsam gereift und gewachsen. Ich bin froh, dass sie hinter mir steht.

Kochen Sie eigentlich gerne?

Oje, meine Kochkünste halten sich gewaltig in Grenzen. Ich ziehe das Grillfleisch dem selbst gemachten Drei-Gänge-Menü vor.

„Sündigen“ Sie auch mal mit einer Pizza oder einer „Mantaplatte“?

Nicht ständig, aber bei einer Currywurst mit Pommes sage ich auch nicht nein.

Und Sport?

Ist – zugegeben – nicht mein Ding. Allenfalls bei der Gartenarbeit.