Ausnahmegenehmigungen für Balver Firmen

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Balve..  Die ersten Umleitungsschilder stehen schon seit Tagen am Straßenrand, und gestern begannen Arbeiter damit, eine Ampelanlage in Langenholthausen zu errichten. Wenn am Freitag, 30. Januar, um 8 Uhr die Hönnebrücke der Bundesstraße 229 in Sanssouci für Lastwagen über 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gesperrt wird, soll alles für die rund 30 Kilometer lange Umleitungsstrecke bereit sein.

Den weiten Umweg über Hachen, Sundern, Amecke und Langenholthausen werden aber nicht alle schweren Lkw fahren müssen. Gestern teilte der Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebes StraßenNRW, Ludger Siebert, auf Anfrage dieser Zeitung mit, dass in Balve ansässige Unternehmen Ausnahmegenehmigungen beantragen können, um mit Fahrzeugen bis 30 Tonnen Gesamtgewicht die Hönnebrücke weiter befahren zu können.

Ludger Siebert erklärte, grundsätzlich sei eine Beschränkung auf 7,5 Tonnen notwendig, da die Einhaltung des Verbotes nur durch den Geometriesprung bei 7,5 Tonnen gegenüber schwereren Güterfahrzeugen kontrolliert werden könne. Für Busse, landwirtschaftliche Fahrzeuge und Müllfahrzeuge bis 30 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht gebe es ohnehin eine generelle Durchfahrtsgenehmigung. Nun sollen aber auch in Balve ansässige Unternehmen davon profitieren, dass die errechnete maximal Traglast der Hönnebrücke oberhalb von 30 Tonnen liegt.

„Das ist schwieriges Terrain“, sagte Siebert. Ganz wichtig sei die Frequenz. Bei vielen Übergängen in kurzer Zeit sei der 30-Tonnen-Wert nur bedingt aussagekräftig. „Diese Beschränkung auf Einzelfälle dient der absoluten und kontrollierbaren Beschränkung der Übergangsfrequenzen von Güterverkehr auf der Brücke. Wir brauchen eine sehr stabile, beherrschbare und sichere Perspektive bis zur Verstärkung der Brücke, da genaue Erkenntnisse über verbleibende Sicherheiten infolge vorhandener Materialkonsistenz fehlen“, so Ludger Siebert.

Als Konsequenz dieser Regelung kann das Straßenverkehrsamt in Lüdenscheid nach besonderer Einzelfallprüfung Durchfahrtsgenehmigungen erteilen. „Wenn bei der wöchentlichen Brückenprüfung negative Veränderungen am Tragsystem festgestellt werden, ist eine Vollsperrung unausweichlich“, warnt der Regionalniederlassungs-Leiter. „Daher ist eine sehr vorsichtig abgewogene restriktive Vorgabe für den Güterverkehr unverzichtbar.“

Widerstand der Anwohner

In den Orten, die an der Umleitungsstrecke liegen, dürfte die Entscheidung des Landesbetriebes nur wenig Jubel auslösen. Dort formiert sich Widerstand, weil die Anwohner eine erhebliche Zunahme des Schwerlastverkehrs befürchten. In Beckum zum Beispiel sorgen sich die Bürger seit vielen Jahren um die Sicherheit ihrer Kinder. Weil die Bundesstraße 229 mitten durch den Ort führt, müssen die Beckumer ohnehin schon mit viel Schwerlastverkehr leben. Als Ort direkt am Anfang der Umleitung wird die Belastung noch einmal ansteigen. Zumindest ein Teil des befürchteten Mehrverkehrs wird durch die Ausnahmeregelung allerdings ausbleiben.