Asylbewerber ziehen ins Schwesternheim

Das Schwesternwohnheim wird von der Liegenschaftsabteilung der Stadt Balve so hergerichtet, dass die 20 Flüchtlinge am 1. Juni Einzug halten können. Es werden Frauen, Kinder und Schwangere sein, die dort vier Monate wohnen.
Das Schwesternwohnheim wird von der Liegenschaftsabteilung der Stadt Balve so hergerichtet, dass die 20 Flüchtlinge am 1. Juni Einzug halten können. Es werden Frauen, Kinder und Schwangere sein, die dort vier Monate wohnen.
Foto: Richard Elmerhaus
Was wir bereits wissen
Genau das, was von der Stadt Balve im Winter 2014 angekündigt wurde, ist eingetroffen.

Balve..  Die Zahl der Flüchtlinge ist so stark angestiegen, dass die städtischen Gebäude nicht mehr ausreichen, um alle 90 Menschen unterzubringen. Damit sie dennoch ein Dach über dem Kopf und menschenwürdig untergebracht sind, mietet die Stadt Balve das Schwesternheim ab 1. Juni 2015 an.

Das Gebäude, das sich direkt neben dem Gesundheits-Campus Sauerland befindet, ist Eigentum der Bürgerstiftung Balve, die es ebenso wie das ehemalige St.-Marien-Hospital Balve an die Betreibergesellschaft vermietet hat, deren Geschäftsführer Ingo Jakschies ist.

Unterbringung ist zeitlich begrenzt

Er ist in der vergangenen Woche vom Bürgermeister Mühling angesprochen worden, mit der Bitte, das derzeit leer stehende Schwesternwohnhaus als Flüchtlingsheim zeitlich begrenzt nutzen zu können. „Nachdem der Bürgermeister deutlich gemacht hatte, in welcher Bredouille die Stadt Balve stecke, habe ich unsere Gesellschafter gefragt, ob wir die Immobilie für die Unterkunft der Flüchtlinge zur Verfügung stellen“, erzählt Geschäftsführer Ingo Jakschies, der darauf verweist, dass sich nur ein Gesellschafter bei der Abstimmung enthalten hat.

Diese Abstimmung hat einen besonderen Hintergrund. Denn bereits im vergangenen Jahr war die Stadt Balve daran interessiert, das ehemalige Schwesternhaus anzumieten, um die Flüchtlinge dort unterzubringen. „Damals ist diesem Wunsch nicht entsprochen worden, weil bis auf einen Gesellschafter alle dagegen waren, weil wir das Gebäude selbst nutzen wollen. Wir haben damals aber auch gesagt: Sollten wir mit unseren Umbauarbeiten noch nicht begonnen haben und die Stadt große Probleme hat, die Flüchtlinge unterzubringen, dann springen wir ihr zur Seite. Allerdings zeitlich beschränkt und mit der Vorgabe, nur Frauen, Kinder und Schwangere dort unterzubringen, und zwar bis zu vier Monate“, erklärte Ingo Jakschies, den das Thema Flüchtlinge emotional sehr berührt, weil er es aus der eigenen Familie bestens kennt.

„Wir sehen die Flüchtlinge als unsere Gäste“, sagt der Geschäftsführer, der in den nächsten Tagen den Mietvertrag mit der Stadt Balve abschließen wird. In diesem Papier will er deutlich machen, dass die Unterbringung der Gäste auf vier Monate beschränkt ist.

Stadt Balve muss umbauen

„Mehr geht nicht, denn sonst bekomme ich großen Ärger mit unseren Gesellschaftern. Mein Mandat endet definitiv nach vier Monaten“, betont Campus-Geschäftsführer Ingo Jakschies, der der Stadt Balve den 1. Stock im Schwesternheim zur Verfügung stellt. Alle baulichen Voraussetzungen für die Unterbringung der 20 Menschen muss jedoch die Stadt schaffen.