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Praktika

Arbeit mach Sarah (16) rücksichtsvoller

17.03.2010 | 18:08 Uhr

Balve. Derzeit sind die Neuntklässler der Realschule Balve in Betrieben der Umgebung, um während ihrer Praktika die Luft der Berufswelt zu schnuppern.

Nach eineinhalb Wochen ist Sarah Schoeben voll dabei. Mit strahlenden Augen geht die 16-Jährige auf die Seniorin zu. „Möchten Sie noch etwas trinken?”, „Ist das Wetter nicht schön draußen?”, „Kann ich noch irgendetwas für Sie tun?” Die alte Dame lächelt das junge Mädchen an, streicht ihr über den Arm und freut sich, dass sich jemand so rührend um sie kümmert. Sarah macht gemeinsam mit Anika Jürgen-Schellert ihr Betriebspraktikum im Balver Altenpflegeheim.

Beim Girls' Day auf Stelle aufmerksam geworden

Die Neuntklässlerinnen von der Realschule Balve waren bereits beim „Girls' Day” im vergangenen Jahr im Seniorenheim und mussten danach nicht lange überlegen, wo sie ihr Praktikum machen. Zur Halbzeit des Ausflugs in die Erwachsenenwelt sind die Mädels beigeistert von ihrer Arbeit — die quirlige Sarah noch ein bisschen mehr als ihre deutlich ruhigere Mitschülerin Anika. „Es macht mir Spaß, den alten Menschen zu helfen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das später einmal beruflich zu machen.”

Pflegedienstleitung hat Auge auf Praktikanten

Will sie diesen Werdegang im Altenpflegeheim Balve einschlagen, muss sie sich schon jetzt im Praktikum ins Zeug legen. „Wir beobachten unsere Praktikanten ganz genau”, sagt Pflegedienstleiterin Marlies Gaberle. „Die Eindrücke, die wir bei Praktika gewinnen, fließen bei eventuellen späteren Bewerbungen stark in unsere Entscheidung mit ein.”

Schulleiter erstaunt

Als Schulleiter Wilhelm Boege mit den Lehrern Barbara Schulz-Koch und Rudolf Rüden im Altenheim vorbeischaute, war er verblüfft. „Ich finde das toll, dass ausgerechnet Ihr beide Euch für einen sozialen Beruf entschieden habt. Ihr seid ja in Eurem Jahrgang keine unbeschriebenen Blätter”, sagte er und lachte. Den Ball nahmen die Mädels gerne auf. „Ich glaube, dass ich schon jetzt etwas gelernt habe. Ich bin rücksichtsvoller geworden und glaube, dass ich, wenn ich zurück in der Schule bin, besser mit meinen Mitmenschen umgehen werde.”

Dank an die Betriebe

Hier hat das Praktikum also ein echtes Wunder bewirkt. Im Optimalfall wird es den 76 weiteren Praktikanten, die aus den neunten Klassen der Realschule in 68 Betrieben die Luft der Berufswelt schnuppern, genauso ergehen. Das Spektrum reicht dabei von A wie Apothekenhelfer bis Z wie Zerspanungstechniker und deckt 50 verschiedene Berufe ab. Am beliebtesten ist dabei der Beruf der Erzieherin. Gleich elf Schüler arbeiten drei Wochen lang in diesem Sektor.

Wichtig ist dabei, dass die Betriebe mitspielen. „Für ihre hervorragende Kooperation wollen wir allen schon jetzt ganz herzlich danken”, sagt Wilhelm Boege.

Stefan Scherer

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