Angeblich Job in einem Bordell angeboten

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Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Eindringlich redete Richter Jung im Amtsgericht Menden auf die zierliche, ältere Dame ein.

Balve/Menden..  „Hier spricht alles gegen Sie. Überlegen Sie es sich gut, ob Ihre Enkelkinder noch vernommen werden sollen. Es ist pfiffiger, einen Schlussstrich unter dieses Thema zu ziehen.“ Die Worte zeigten Wirkung, denn die Balverin, nach eigener Aussage bald obdachlos, nahm den Einspruch gegen den Strafbefehl in letzter Sekunde zurück.

Zum wiederholten Male hatte die einschlägig vorbestrafte Dame behauptet, ein Sachbearbeiter des Jobcenters habe ihr einen schriftlichen Arbeitsvermittlungsvorschlag gesendet, mit der Aufforderung, in einem Bordell in Menden zu arbeiten. Richtig? „Definitiv nein“, sagte der damals für die Frau zuständige Arbeitsvermittler vor Gericht. Aber auch vor ihren drei Enkelkindern solle der Mann sie zur Arbeit im Bordell ermuntert haben, wehrte sich die Angeklagte. „Niemals“, entgegnete der Zeuge. Eine Mitarbeiterin des Jobcenters bekräftigte, dass dieser Vorwurf nicht stimmen könne. Warum? „Weil die Bundesagentur für Arbeit solche Vermittlungsvorschläge nicht zuschickt.“

Zunächst beharrte die derzeit arbeitslose Balverin auf ihren Aussagen. „Die ganze Welt hat sich scheinbar gegen Sie verschworen“, erklärte Richter Jung und ergänzte: „Sie werden sich besser fühlen, wenn Sie diesen Unsinn sein lassen.“ Daraufhin nahm die ältere Dame aus Balve den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück und beendete damit die Verhandlung.