848 Euro helfen, damit kein Kind zum Außenseiter werden muss
23.01.2012 | 17:26 Uhr 2012-01-23T17:26:00+0100
Beckum. (ch) „Gibt es bei uns auf dem Lande, in unserem Dorf, überhaupt Armut?“ Die Antwort auf diese Frage gab sich Pastor Karl Kudla am Sonntag beim Benefizkonzert „Kein Kind wird zum Außenseiter“ gleich selbst: „Ja. Dies bestätigen Gespräche mit dem Kindergarten und der Schule. Allerdings verhalten sich die betroffenen Menschen ganz leise, in vielen Fällen sagen sie nichts.“ Für die betroffenen Familien sammelten Pastor Karl Kudla und Diakon Wilhelm Grote 848 Euro in den Spenden-Instrumenten, die am Eingang der Kirche positioniert waren.
Klassik bis Musical
Damit auch Kinder aus Familien, die nicht so viel Geld haben, am Vereinsleben teilnehmen oder bei Klassenfahrten dabei sein können, hatte der Musikverein Beckum vor einigen Jahren das „Pastor-Kudla-Kirchenkonzert“ ins Leben gerufen. Dessen Spenden sollen dafür sorgen, dass in Beckum durch finanzielle Nöte kein Kind mehr zum Außenseiter wird.
Und – soviel sei gleich vorweg genommen – wer den Weg in die St.-Nikolaus-Kirche fand, wurde für sein Kommen reich belohnt. Und zwar mit einem musikalisch anspruchsvollen und abwechslungsreichen Konzert, das unter der Leitung von Udo Fricke von großer Klassik über Musicalmusik bis hin zum Kinderlied große Gefühle bot. Für kurze Zeit wurden die Besucher mit der „Winterrose“ auch noch einmal in die Weihnachtszeit versetzt: Während der Musikverein mit arrangierten Weihnachtsstücken das Winterwunder der Heiligen Nacht umsetzte, verlas die Rektorin der Grundschule Beckum, Petra Köhler, zwischen den Liedern die Bedeutung der Weihnachtsbotschaft in der heutigen Zeit.
Nachdenkliches wurde schließlich durch gefühlvolle Momente abgelöst, als Simone Paul die Percussion zur Seite legte und ans Mikrofon trat. Mit beeindruckender Stimme sang sie unter der Begleitung des Musikvereins den Titelsong des amerikanischen Films „The Rose“, der über das Leben Janis Joplins erzählt. Da hatte so mancher Besucher Tränen in den Augen. Applaus gab es für jede Darbietung, aber selten war er so lang wie bei diesem Lied.
Bernhard Paul moderierte
Ob bei der „Romance“ von Weber, bei dem Stefan Paul als Solist glänzte, dem Musicalstück „Ich gehör’ nur mir“ aus Elisabeth, dem „Abendsegen“ oder dem „Quiet Moment“ aus der Feder von Philip Sparke, das 90-minütige Konzert, das Bernhard Paul moderierte, hatte für jeden Geschmack etwas zu bieten.
Verabschiedet wurden die Zuhörer passender Weise mit dem Stück „A child’s lullaby“, das James Swearing nach dem Brahms-Kinderlied „Guten Abend, gute Nacht“ arrangierte.
Gelohnt hat sich das Benefizkonzert aber nicht nur für die Besucher, sondern auch für das Beckumer Projekt „Kein Kind wird zum Außenseiter“.
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